Bericht von Bonnie S.

Mein Name ist Bonnie S., ich bin 23 Jahre alt, komme aus Thüringen und „graduate“ im Mai 2013 von der Fairleigh Dickinson University in Teaneck, New Jersey.

Den Weg hierher ermöglichte mir die Agentur sport-scholarships, auf die ich im Sommer 2008 bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften der Leichtathletik aufmerksam wurde.

Nach meinem bestandenen Abitur, wusste ich zunächst nicht so recht wohin mit mir. Soll ich studieren? Wenn ja, was und wie geht es mit meinem Sport weiter? Ich war zu diesem Zeitpunkt recht zufrieden mit meiner sportlichen Laufbahn und wollte mich noch nicht so recht mit dem Gedanken eventuell „die Spikes an den Nagel zu hängen“ anfreunden.

Als ich mich bei sport-scholarships bewarb, war ich durchaus interessiert an einem Studium in den USA- einfach etwas anders machen als alle anderen. Die Vorstellung ein „normales“ Studium in Deutschland aufzunehmen langweilte mich. Ich machte mir jedoch auch keine größere Hoffnung auf gute Stipendien Angebote. Als dann nach einigen Wochen die vielen E-Mails von verschiedensten Amerikanischen Unis kamen, war ich positiv überrascht. Nach vielem hin und her entschied ich mich für FDU – ein wichtiges Entscheidungskriterium: New York City.

Ich ging sehr unvorbehalten, locker und vielleicht auch etwas blauäugig an die Sache heran, wusste nicht einmal so wirklich was ich eigentlich studieren möchte und entschied mich kurzerhand für Business Marketing. Mittlerweile studiere ich Kommunikation und Internationale Beziehungen. Die ersten zwei Semester sind im Amerikanischen Studium sehr allgemein gehalten. Dies gab mir die Möglichkeit meine Interessen zu finden und mich selbst besser kennenzulernen. Der Wechsel zum neuen „major“ nach dem dritten Semester war kein Problem und ich hätte damals keine bessere Entscheidung treffen können.

Meine vielleicht größte Sorge vor der ersten Abreise aus Deutschland war das Thema Heimweh. Natürlich, ich war 19 Jahre alt, da sollte man alleine zurecht kommen. Ich war immer ein sehr selbständiger Mensch aber ein Studium auf dem anderen Seite des Atlantiks, in einer völlig anderen Sprache, ist eben doch etwas anderes. Von dem Moment der Ankunft bis zum Tag meines Abschlusses kann ich nun ehrlich behaupten kein einziges mal „homesick“ gewesen zu sein. Natürlich, ab und an vermisst man Familie und Freunde aber es kam nie zu dem Punkt an dem ich meinen Entschluss in den USA zu studieren bereut hätte. Von der ersten Sekunde an der Uni habe ich mich willkommen gefühlt und schon am ersten Tag Freundschaften geschlossen, die hoffentlich ein Leben lang halten werden.

FDU ist spezialisiert auf internationale Studenten; Junge Leute, alle weit weg von der Heimat und viele mit „gebrochenen“ Englischkenntnissen - da findet man schneller Anschluss als man denkt. Natürlich haben wir auch viele Amerikanische Studenten, mein persönlicher Freundeskreis besteht jedoch größtenteils aus internationalen. Jeden Tag trifft man auf Menschen aus anderen Kulturkreisen, was das Leben hier sehr spannend macht, man lernt nie aus.

Ein weiteres „verzwicktes“ Thema am Anfang: Nur noch Englisch. Englisch im privaten Leben, Englisch in der Vorlesung. Ich kam mit einem durchschnittlichen Schulenglisch an die Uni, nicht super gut aber auch nicht schlecht. Ich muss sagen, dass ich während der gesamten Zeit hier nie größere Probleme mit der Sprache hatte, auch nicht während des Unterrichts. Natürlich ist man anfangs oft etwas langsamer, aber die Klassen sind klein und der Unterricht sehr persönlich. Die Professoren sind im allgemeinen sehr hilfsbereit und nehmen sich Zeit, sowie auch die meisten anderen Kommilitonen. Aus meinen Erfahrungen heraus würde ich sagen, dass auch ein „schlechtes“ Englisch kein Grund dafür ist, es nicht mit einem USA Studium zu versuchen, man lernt die Sprache schneller als man denkt.

Nun zum Sport. Hierbei ist meine Meinung etwas gespalten. Ich kam hochmotiviert an der Uni an, musste jedoch schnell feststellen dass mir die Trainingsmethodik der Trainerin nicht besonders lag und habe daher während der vier Jahre keine besonderen sportlichen Erfolge erzielt. Das Training hier ist hart, das sollte sich jeder der über ein Leihathletik Stipendium nachdenkt bewusst sein. Stipendium heißt Training mindestens fünf mal die Woche, Krafttraining nicht eingerechnet und mehrmals wöchentlich „morning practice“ um 7 Uhr; an den Wochenenden meist Wettkämpfe. Sportlich gesehen waren die vier Jahre für mich sehr hart, jedoch hat es mir mein Studium hier ermöglicht und dafür hat sich die „Quälerei“ am Ende doch gelohnt.

Mein Tipp: Wenn man ein Studium in den USA aufnimmt mit dem Ziel sportlich weiterhin sehr erfolgreich zu sein, sollte man sich genauestens über die sportliche Laufbahn des Teams und Erfolge der Trainer informieren. Nachforschung ist hier alles. So freundlich wie die Trainer auch klingen mag in E-Mails und am Telefon, es steckt einiges mehr dahinter einen vierjährigen Trainingsvertrag zu unterschreiben, als denjenigen nur „nett“ zu finden; darüber sollte man sich bewusst sein und keine vorschnellen Entscheidungen fällen – nehmt euch Zeit.

Und dann ist da noch New York. Die Stadt die niemals schläft. The place to be. Wenn ich etwas nach diesen vier Jahren vermissen werde, neben meinen Freunden natürlich, dann ist es wohl die Tatsache mich nicht einfach mal schnell in den Bus setzen zu können und in wenigen Minuten mitten in der City zu sein. Ob am Tag oder bei Nacht, New York hat sein ganz eigenes Flair und fasziniert mich immer wieder aufs neue.

Ich möchte mich hiermit beim gesamten sport-scholarships Team bedanken, mir diesen wichtigen und spannenden Lebensweg ermöglicht zu habe. Ich würde mich immer wieder für diesen Schritt entscheiden und möchte keinen einzigen Moment der letzten vier Jahre missen.

An alle die über ein USA Studium über sport-scholarships nachdenken: Nicht zögern, einfach machen! Nutzt die Möglichkeit euch ein ganz neues, eigenes Leben zu kreieren, euch als Person zu entwickeln und besser kennenzulernen. Die Erfahrungen die ihr hier machen werdet sind einzigartig und kann euch keiner mehr nehmen.