Bericht von Charlotte L.

I want to be a part of it NEW YORK, NEW YORK
 

Seit der Oberstufe überlege ich mir, wie es für mich nach der Schule weitergeht. Da mich die Ferne schon immer gereizt hat, habe ich mich entschieden nach meinem Abitur ins Ausland zu gehen. Erst dachte ich daran nur zu reisen oder bei einem sozialen Projekt zu helfen und im Anschluss daran in Deutschland mein Studium zu beginnen. Von meiner Cousine hörte ich dann, dass sie sich durch ihren Sport Hockey für ein Sport-Stipendium über die Agentur Sport-Scholarship in Amerika beworben hat und inzwischen seit zwei Jahren in Syracuse im Staate New York studiert . Da ich ebenfalls eine erfolgreiche Hockeyspielerin bin und gute schulische Leistungen erbracht habe, entschied ich, mich ebenfalls für ein Stipendium zu bewerben. Dafür musste ich viel tun, zum Beispiel für Tests lernen, viele Dokumente ausfüllen, ein Video drehen und mit den amerikanischen Coaches in Kontakt treten. Seit Sommer studiere ich nun an der Hofstra University auf Long Island, 30 min von Manhattan entfernt. Zwei Tage nach meiner Ankunft ging direkt die sogenannte Preseason los. In diesem Zeitraum von einem Monat sind nur Athleten auf dem Campus und bereiten sich für die Spiele in der Season vor. Wir mussten sehr viel trainieren, meistens zweimal täglich und haben viel mit dem Team unternommen, um uns kennen zu lernen. An unseren freien Tagen sind wir zum Strand, der nur 10 min entfernt liegt, oder nach New York gefahren. Ich habe in dieser Zeit nicht nur meine Manschaftskameradinnen , sondern auch viele andere Sportler aus aller Welt kennen gelernt. Als dann im September die Uni und die Hockey-Saison losging, war es sehr anstrengend. Jetzt hatte ich nicht nur täglich Training, sondern auch Vorlesungen, Projekte und Hausaufgaben zu bewältigen. Und das alles auf Englisch, gar nicht so leicht. Zum Glück wird man als Sportler in Amerika aber sehr gut von der Uni unterstützt und alles ist zeitlich gut geregelt, so dass es keine Überschneidungen gibt. Wenn wir Auswärtsfahrten haben, bekommen wir frei und die Professoren tolerieren das meistens sehr gut.

Ich habe neben dem Hockey und der Uni auch sehr interessante Erlebnisse, wie z.B. die 2. Debatte der Präsidentschaftswahl von Mike Romney und Barack Obama, die an der Hofstra-University stattfand und in alle Welt übertragen wurde. Ich Glückspilz habe tatsächlich ein Ticket für die Debatte ersteigert und durfte live dabei sein.

Natürlich ist das Leben in Amerika ganz anders als in Deutschland. Alles wird mit dem Auto gemacht, es gibt keine Bürgersteige, Fahrräder sieht man so gut wie keine und den Campus verlassen wir meistens in Gruppen und nicht alleine. Unser Leben spielt sich zum Großteil auf dem Campus ab.....

Ich freue mich sehr, dass ich ein Stipendium über Sport-Scholarship bekommen habe, es ist eine tolle Chance für die Zukunft und für die persönliche Erfahrung.