Bericht von Christian kl. H.

Hi Sebastian,

gut 2 Monate ist es nun her, dass ich meinen Bachelor in International Business an der Auburn University Montgomery (AUM) absolviert habe. Bei der Graduation Ceremony die Bachelor-Urkunde endlich in der Hand zu halten, war eines der geilsten Gefühle überhaupt, weil man sich mit dieser Urkunde für den langen Weg, den man gegangen ist, selbst belohnt. Seit dem August 2010, dem Beginn meiner Zeit an der AUM, sind inzwischen 3 ½ Jahre bzw. 7 Semester vergangen. Eine lange Zeit, die aber letztendlich wie im Flug verging und auf die ich sehr gerne zurückblicke.

Mit meiner Zeit als Student-Athlete in den USA verbinde ich natürlich in erster Linie die Zeit mit meinen Teamkollegen, die wie eine zweite Familie und wie Brüder für mich geworden sind. Dadurch, dass man mit seinen Teamkollegen an einem amerikanischen College zusammen lebt, studiert, Fußball spielt und natürlich feiert ergibt sich das aber fast von alleine. Gerade am Anfang war das wichtig für mich um sich wohl zu fühlen, da man immer Kontaktpersonen hatte und sich einfach in das Collegeleben integrieren konnte. In den letzten 2 Jahren habe ich mit 3 Brasilianern aus meinem Team in einem Apartment off-campus zusammengewohnt und werde sie z.B. diesen Sommer in Brasilien besuchen.

Aus sportlicher Sicht sind mir die letzten beiden Jahre am meisten in Erinnerung geblieben. Während wir in meinem Junior-Year das Viertelfinale der NAIA Nationals noch knapp verloren haben, obwohl wir im Turnier an No. 2 gesetzt gewesen sind, haben wir in meinem Senior-Year das Finale der Nationals erreicht. Das Erreichen des Finales war zwar einer der größten Erfolge meiner Uni, für mich persönlich war das Finale allerdings doppelt bitter. Ich habe das Finale nicht nur durch eine Rote Karte (Foul als letzter Mann) im Halbfinale verpasst, sondern wir haben das Finale auch durch ein Golden Goal in der Verlängerung verloren. Als Senior hatte ich aber dennoch ein geiles letztes Jahr, das ich sicherlich so schnell nicht vergessen werde.

Der Hauptgrund, weshalb ich in die USA gegangen bin, war jedoch nicht um Fußball zu spielen sondern um zu studieren und die USA als Land näher kennen zu lernen. Hierzu kann ich sagen, dass ich in meinem Studium zu keiner Zeit Probleme hatte und meinen Abschluss mit Magna Cum Laude absolviert habe. Sehr cool find ich auch, dass ich an der Uni Münster für den Master in Economics/VWL angenommen wurde und dort ab April auch studieren werde.

Während der Zeit am College machen die meisten ausländischen Student-Athletes auch mal schwierige Phasen durch. So war es auch bei mir. Neben der Gewöhnung an ein neues Land und einer neuen Kultur, haben wir in meinem Freshmen-Year mit unserem Soccer-Team eine schlechte Saison gespielt, sodass ich natürlich Zweifel hatte die richtige Entscheidung mit meiner Uni getroffen zu haben. Hierzu haben wir damals (wie du sicherlich noch weißt) einige Gespräche geführt und ich bin sehr froh, dass ich an der AUM geblieben bin und die Uni nicht gewechselt habe. Ich denke nicht sofort aufzugeben ist eine wichtige Erkenntnis für Studenten die sich in einer ähnlichen Situation am Anfang befinden.

Alles in allem muss ich euch, dem gesamten Sport-Scholarships-Team, einen großen Dank aussprechen, da ich ohne euch diese Erfahrungen in den USA so nicht gemacht hätte. Wenn ich die Uhr 4 Jahre zurückdrehe und nochmal die Wahl hätte, würde ich mich genauso wieder entscheiden.

Viele Grüße,

Christian