Bericht von Doreen H.

Ich bin seit nun 7 Wochen an meiner neuen Universitaet in den USA, am Manhattan College in New York City. Fuer mich war nicht alles komplett neu, da ich schon ein Jahr in den USA als Au Pair Maedchen verbracht hatte und das College auch schon fuer 2 Tage besucht hatte. Dennoch ist man natuerlich gespannt und aufgeregt vor dem, was auf einen zukommt. Ich kam am 30. Dezember 2011 am John F. Kennedy Flughafen in NYC an. Schon bei der Ankunft wurde ich sehr freundlich empfangen. Ein Athlet aus dem Leichtathletikteam und mein zukuenftiges Roommate holten mich ab. Mein Roommate kam 2 Stunden vor mir aus der Schweiz an. Vom Flughafen ging es dann mit dem Auto quer durch NYC direkt in die Leichtathletikhalle um die Trainer zu begruessen. Meinen Huerdentrainer kannte ich schon vorher, er war einer der Hauptgruende, weshalb ich mich fuer dieses College entschieden habe. Man merkt, dass er einen enormen Umfang an Kenntnissen und viele Erfahrungen ueber das Huerdenlaufen hat. Man kann auch sagen, dass er sehr streng ist. Als Athlet sollte man sich wirklich engagieren und sein Leben nach dem Leistungssport richten. In unseren ersten Gespraechen hat er mir klar gemacht, dass ich auf eine gesunde Ernaehrung, genuegend Schlaf und den Verzicht auf Alkohol waehrend der Wettkampfsaison etc. achten muss.

Von der Halle ging es dann zu unserem Quartier, in dem wir aber nur eine Woche bleiben sollten bis wir unsere richtigen Wohnungen einziehen konnten. Das Studium begann erst 2 Wochen nach meiner Ankunft. Ich konnte mich also in aller Ruhe auf das Training konzentrieren, formelle Dinge erledigen (allgemeiner Arztbesuch, Kurseinschreibungen, Registrierung fuer die Wohnung, Gespraeche mit NCAA Vertretern) und New York City erkunden. Mein Trainer stand mir dabei immer zur Seite und hat mir geholfen wo er konnte. Meine ersten Tage und Wochen verliefen also noch recht ruhig. Am 23. Januar ging dann neben Training das Studium und die Wettkampfsaison los. Das war, vor allem am Anfang, erst einmal eine Herausforderung, aber nach ein paar Tagen hatte ich mich schon in meinen regelmaessigen Ablauf eingelebt. Ich belege neben einigen Grundkursen, in die sich jeder Student egal welchen Hauptfaches einschreiben muss (Mathe, Englisch, Religion, ...), auch einige spezifische Kurse fuer meine Studienrichtung „International Studies“ (= internationale Politik). In vielen Faechern muss ich 5-seitige Essays schreiben, was mir zu Beginn nicht leicht viel aufgrund des begrenzten Wortschatzes. Aber ich merke, dass es mir nach nur 5 Wochen des Studieren viel leichter faellt. Als internationaler Student muss man aber defintiv erwarten mehr machen zu muessen als die Amerikaner. Da kommt es schon mal vor, dass man bis 3.00 Uhr am Morgen in der Bibliothek sitzt. Aber alles wir schon nach ein paar Wochen leichter, hinzu kommt, dass die Professoren sehr rueksichtsvoll sind und internationale Studenten immer unterstuetzen. Meine Universitaet und das Campusgelaende gefallen mir sehr gut, alles ist sehr nah bei einander und es sind verschiedenste Einrichtungen vorhanden, die man fuer Studium und Leben braucht (Bibliothek, 3 Mensas, Starbucks, Kirche, Sporthallen). Auch die Umgebung des College gefaellt mir gut. Wir liegen nicht direkt im Stadtteil Manhattan, man benoetigt mit der Bahn ca. 30 Minuten bis zum Times Square, was aber angenehm ist, denn staendig die Hektik des New Yorker Lebens um sich zu haben kann auf Dauer ganz schoen anstrengend werden. Wir haben einen grossen Park in der Naehe der zum Relaxen einlaedt, ebenso befinden sich Bars, Shops und Clubs neben dem Campusgelaende. Also langweilig ist es mir an den Wochenenden noch nicht geworden und das wird es mir bestimmt auch nicht in Zukunft in NYC.

Vor 2 Wochen haben mich meine Eltern fuer ein paar Tage besucht, wir hatten eine schoene Zeit und es war toll ihnen mein neues Leben zeigen zu koennen. Mir faellt es sehr leicht, dass ich meine Eltern nicht staendig sehe weil ich schon mit 13 Jahren in Deutschland ein Internat besucht habe und ein Jahr in Amerika gelebt habe. Aber selbst wenn man die Erfahrung nicht gemacht hat, sollte sich das Heimweh in Grenzen halten, da man ja alle 4 Monate wieder nach hause fliegen kann.
Ich denke das Besondere am amerikanischen Studentenleben ist, dass es sehr aehnlich zum deutschen Schulleben ist. Die Unterrichtsklassen sind sehr klein (10-20 Studenten), es gibt regelmaessig Hausaufgaben, man hat einen Stundenplan und verpflegt wird man durch eine Mensa. Was sich zu dem deutschen Studentenleben unterscheidet ist, dass man hier intensiver am Unterricht teilnimmt (Mitarbeit etc.) und das ganze Jahr ueber Noten bekommt und nicht Pruefungen nur am Ende des Semester hat. Ich denke das ist positiv, weil Studenten nicht dazu verleitet werden, dass ganze Semster ueber nichts zu machen und dann am Ende alles auf einmal lernen zu muessen.

Die Wettkampfsaison verlief bis jetzt ziemlich gut. Bei den ersten Wettkaempfen waren meine Zeiten ueber 60m Huerden zwar noch nicht so gut, aber in den darauf Folgenden waren schon
enorme Verbesserungen zu sehen. Ich bin gespannt auf die Outdoor- Saison, die im April beginnt. Generell freue ich mich sehr auf die Zukunft, was mich erwartet und verfolge das Ziel meinen Bachelor Abschluss an dieser Universitaet zu machen. Ich wuerde mich immer wieder fuer diesen Schritt, in den USA zu studieren und trainieren, entscheiden.