Bericht von Elena B.

 

Welcome to Paradise!

„Where do we live? “ – „Paradise! “ So begrüßt uns unsere Trainerin fast jeden Morgen. Dabei strahlt sie so viel Energie aus, dass sie auch den größten Morgenmuffel davon überzeugt, dass es keinen besseren Start in die neue Woche gibt, als Montag morgens um 7 Uhr durch den Golden Gate Park zu rennen.

Seit gut vier Monaten bin ich student-athlete an der University of San Francisco und weiß die Vorzüge, die man als Athlet an einer amerikanischen Uni hat, jeden Tag mehr zu schätzen. Ich bin Läuferin und habe - ehrlich gesagt - lange mit meiner Entscheidung, in den USA zu studieren, gerungen. Dabei  hat mir vor allem der Service von sport-scholarship.com geholfen, dank deren Service ich unglaubliche 65 Angebote von Universitäten bekommen habe und mir somit die Uni aussuchen konnte, welche am besten zu mir und meinem Wünschen passt. Meine Entscheidung für die „University of the best city ever“ habe ich bis jetzt noch keine Sekunde bereut. Das ist vor allem meiner Trainerin und meinem Team zu verdanken. Helen, so heißt meine Trainerin, ist fast schon zu einer Art Ersatz-Mutter geworden. Ich kann mit jedem Problem zu ihr kommen, egal ob in sportlicher Hinsicht oder mit sonstigen Belangen, ihr Büro ist für Athleten immer offen. Und wenn es gerade keine Probleme gibt, kommen trotzdem alle gerne bei ihr vorbei, „just to talk about life“. Das hat mir vor allem am Anfang sehr geholfen und es mir leicht gemacht, mich schnell heimisch zu fühlen.

Auch mein Team ist einzigartig und hat mich gleich aufgenommen. Wir haben super viel Spaß zusammen, ob im Training oder außerhalb; zum Beispiel  beim Team-Dinner oder gemeinsamen Filmabenden. Während ich die Deutschen Farben vertrete, haben wir auch noch Läuferinnen aus Tschechin, Estland und Israel. Das ist echt lustig, denn manchmal laufen wir zusammen und dann heißt es: „bye bye Americans!“ Gleichzeitig bin ich froh, dass meine Teamkameradinnen und –kameraden schon so viel Erfahrung mit ausländischen Studenten haben. Dadurch sind alle sehr geduldig und haben auch kein Problem damit, mir die nächsten Tempoläufe zum gefühlten 100mal zu erklären um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich verstanden habe, was ich machen soll. 

Die Trainingsmöglichkeiten in San Francisco sind wirklich super. Die Universität liegt direkt neben dem Golden Gate Park, dem größten Innerstädtischen Park der Welt, wo man sich nicht nur also Läufer richtig austoben kann. Auch für lange Dauerläufe muss man nicht durch die Stadt joggen, wir können vom Campus aus problemlos bis zu 20 km lange Dauerläufe von Park zu Park machen. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, aufzupassen wohin mal tritt, denn wenn man zuerst einen traumhaften Blick auf dem Pazifik hat, dann auf die Golden Gate Bridge und schließlich auf San Francisco Downtown, fällt es schon manchmal schwer, sich auf die paar Meter direkt vor einem zu konzentrieren. Trotzdem ist es auch immer wieder ein Highlight, wenn wir mit dem Bus in einen der nahegelegenen Nationalparks fahren um zu trainieren. Ich staune jedes Mal, wie schnell man die Großstadt hinter sich lassen kann und plötzlich mitten in der Natur steht. Da vergehen die 90 Minuten Dauerlauf fast schon zu schnell.

Das Training an sich ist anspruchsvoll, aber gleichzeitig wird streng darauf geachtet, dass niemand überfordert wird. Außerdem bekommt jeder seinen individuellen Trainingsplan und wenn trotzdem noch Fragen auftauchen, ist Helen immer und überall über sms erreichbar um diese zu klären.

Als Läufer hat man keine so genannte „off-season“, das heißt, wir haben das ganze Jahr über Wettkämpfe. Das kann stressig werden, doch ich möchte unsere Wochendendtrips nicht missen. Man bekommt die Möglichkeit, durchs ganze Land zu reisen. Dabei ist es für mich schon ganz normal geworden, im Flugzeugt Aufsätze zu schreiben oder sogar Klausuren im Hotelzimmer zu bewältigen (natürlich unter den strengen Augen meiner Trainerin!)

Alles in allem gefällt es mir super gut im „sunny state“, so gut, dass ich mich oft daran erinnern  muss, dass ich, zumindest die meiste Zeit, kein Tourist bin ;)