Bericht von Fabian O.

Hey Leute!
Der Bitte einen Erfahrungsbericht über mein erstes Studienjahr an der North Carolina State University zu schreiben, komme ich gerne nach! Es war ein sehr interessantes, aber auch anstrengendes Jahr für mich, wobei einiges gut lief und einiges auch eher unglücklich verlaufen ist.

Zu Beginn möchte ich der Agentur erst einmal recht herzlich für die große Hilfe danken! Ohne euch wäre ich nicht in die USA gekommen und hätte mein Studium nicht wie ein „richtiger Student“ weiterführen können! Vielen Dank!

Nachdem ich einige Jahre auf der Schwelle zum Profifussball in Deutschland verbracht habe, wollte ich dann doch lieber die Bildung in den Vordergrund stellen und einem Studium nachkommen. Dieses Anliegen wird in den USA sehr gut ermöglicht, da das Collegesport-System genau auf die Balance zwischen möglichst hochwertigem Sport und akademischer Bildung  ausgelegt ist.
Als ich mich letztes Jahr für die NC State University entschieden habe, hatte ich einige Auswahlmöglichkeiten. Der Besuch meines derzeitigen Coaches bei mir zuhause hat dann letztendlich den Ausschlag gegeben. NC State ist eine große Universität mit 30.000 Studenten und es ist eine wundervolle Erfahrung über den zentralen Campus zu laufen und Menschen aus vielen Teilen der Welt zu sehen.
Sportlich gesehen lief die letzte Saison für mich eher unglücklich, da ich mir während der Saison das Kreuzband gerissen habe und mit großen Schmerzen die Saison beenden musste. Dennoch muss ich sagen, dass meine Conference die ACC die wahrscheinlich beste College Conference  der gesamten USA (Sportarten wie Fußball, Basketball etc.) ist und ich gegen die besten Spieler des Landes spielen konnte. Gegner waren ua. der College Cup Gewinner UNC Chapel Hill, UC Santa Barbara, Boston College, Wake Forest, Duke oder SMU, welche zu den besten Teams des Landes gehören. Das Niveau in dieses Spielen war überraschend hoch und einige Spieler hatten meiner Meinung und meinen Erfahrungen nach definitiv die Klasse in der 3. oder 4. Liga in Deutschland zu spielen. Das Training ist sehr professionell, wie auch die Rahmenbedingungen. Wenn man die Zuschauerzahlen meiner Uni für Football (ca. 50.000- 60.000) oder Basketball (ca.20 000) nimmt, kann man sagen, dass der Sport an der NC State einen großen Stellenwert hat. Selbst bei unseren Fußballspielen haben wir zuhause teilweise 3000 Zuschauer gehabt und auswärts in Maryland sogar 7000. Diese Zahlen klingen enorm und beweisen dass gerade Collegesport in den USA eine riesen Möglichkeit ist und der Wechsel in die Staaten sportlich gesehen nicht unbedingt ein Abstieg sein muss. Ich persönlich kann das Fazit ziehen, dass ich mich sportlich sehr gut weiterentwickeln konnte und es auch zukünftig noch kann!
Neben dem Sport, welcher mein Stipendium sichert, gibt es natürlich auch noch den akademischen und privaten Bereich. Studieren in den USA ist meiner Meinung nach schwieriger als in Deutschland, da alles mit mehr Arbeitsaufwand verbunden ist. Das System erinnert mehr an deutsche Schule, da es häufig Anwesenheitspflicht gibt und Hausaufgaben gemacht werden müssen. Dies sind alles Dinge gewesen, die ich in Deutschland an der Uni nicht wirklich kennengelernt habe. Das gute an diesem System ist meiner Meinung nach jedoch, dass ich besser und mehr lerne und die qualitative Bildung höher ist. Weiterhin ist das Lernen der Englischen Sprache ein großes Plus, was in der späteren Berufswelt eine große Hilfe sein wird.
Wenn ich nicht trainieren oder lernen muss, bleibt noch die Freizeit, in der ich mit meinen Teamkameraden chille und viel Spaß habe. Man lernt so viele interessante Menschen kennen und neue Freundschaften werden gegründet. Nach meinem ersten Jahr kann ich bereits sagen, dass mein bester Freund in Amerika ein Engländer ist! EIN ENGLAENDER!;) Hätte mir das jemand vor 1,5 Jahren gesagt, hätte ich die Person wahrscheinlich ausgelacht! Der Zusammenhalt in einem Collegeteam ist riesig und viele Freundschaften entwickeln sich fast automatisch durch die viele Zeit die man zusammen verbringt.

Letztendlich kann ich die Erfahrung ein Studium in den USA zu beginnen nur wärmstens empfehlen. Ich habe nach einem Jahr bereits sehr viel neue Lebenserfahrung gesammelt und mein Horizont hat sich enorm erweitert. Ich habe viele neue Freunde gefunden, eine Sprache sehr gut erlernt und mich auch sportlich weiterentwickelt.

Als letzten Tipp zur Wahl der Uni würde ich noch sagen, dass jeder auf sein Bauchgefuehl hören sollte und der Trainer hierbei eine wichtige Rolle spielt. Gibt ein Trainer sich Mühe und scheint von einem wirklich überzeugt zu sein, ist es das beste Gefühl was es gibt für einen Sportler. Wenn dann noch das finanzielle Angebot stimmt, sollte man direkt zusagen.