Bericht von Henning D.

Hallo, mein Name ist Henning, ich bin 20 Jahre alt und komme aus Münster.

Das letzte halbe Jahr habe ich wohl das bisher größte Abenteuer meines Lebens in Angriff genommen. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren und ich meinen Flug gebucht hatte war ich sehr froh und habe mich auf die Reise gefreut. Am Flughafen in Frankfurt als ich dann in den Flieger eingestiegen bin, war ich jedoch sehr nervös. Neun Stunden Flug lagen zwischen mir und meinem Zielflughafen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen wie viele Gedanken ich mir gemacht habe, aber als ich dann gelandet war und von einem meiner neuen Mitspieler abgeholt wurde, waren alle Bedenken wie weggeblasen. Zu meinem Glück war dieser Junge auch Deutscher, sodass ich mir keinerlei Gedanken machen musste, dass es ein Kommunikationsproblem geben könnte. Wir fuhren dann nach Fairfax (Virginia), einem Vorort von Washington DC. Die George Mason University war meine Wahl gewesen und ich bin froh, dass alles so reibungslos abgelaufen ist. Am nächsten Tag habe ich dann den Großteil der Mannschaft kennengelernt und wurde über den Campus geführt. Schnell wurde mir klar, den richtigen Weg gewählt zu haben. Das Campus System in den USA ist etwas Besonderes und irgendwie fühlt es sich so an als wenn man in einer riesigen Gemeinschaft lebt. Gerade am Move-In Tag helfen sich alle gegenseitig beim einziehen und man lernt viele neue Menschen kennen.

In meinen ersten Wochen war vieles neu und ich habe so einiges erlebt. Neben täglichen Trainingseinheiten zur sehr kurzen Vorbereitung haben mich meine Teamkollegen immer „an die Hand genommen“ und mir alles gezeigt. Amerikaner sind sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Die ersten Tage habe ich mich dann doch umgeguckt als ich mich nur noch in Englisch verständigt habe, aber irgendwann kommt der Morgen an dem man aufsteht, auf Englisch geträumt und auch angefangen hat auf Englisch zu denken und zu zählen. Von diesem Punkt an kommt einem vieles einfacher vor. Mein erstes Highlight war der Besuch in der Hauptstadt. Das Weiße Haus, das Kapitol, das Washington Monument, das Lincoln Memorial und einiges mehr. Die Stadt hat mich persönlich tief beeindruckt und das Nachtleben ist auch nicht verkehrt; selbst wenn man noch nicht 21 ist.

 Dann war es auch so weit, ich stand morgens auf und ging zu meiner ersten Vorlesung. Da ich auf dem Campus wohne war es nur ein relativ kurzer Weg und nachdem ich in der Kantine ordentlich gefrühstückt hatte ging es los. Man konnte die Freshman genau erkennen, da diese sehr verloren umherirrten auf der Suche nach den richtigen Gebäuden und Klassenräumen. Glücklicherweise hatte ein Teamkamerad mir am Tag zuvor schon meine Wege gezeigt. Jeden Tag um 11 Uhr war Training angesagt. Fußball ist ein Herbstsport, was bedeutet, dass die ganze Saison in ein Semester gepresst ist. Zwei Spiele an einem Wochenende sind eine hohe Belastung für den Körper, an die man sich sicherlich erst einmal gewöhnen muss. Andererseits wer seinen Sport liebt, für den gibt es doch nichts Schöneres als das ganze Wochenende nur seinen Sport im Kopf zu haben. Natürlich ist es auch hart, dabei die Hausaufgaben nicht zu vernachlässigen, gerade wenn man das Wochenende über für Spiele wegfährt/fliegt. In meiner Schulzeit habe ich Aufsätze und ähnliches gerne auf das Wochenende verschoben, aber das ist in diesem Falle nicht ratsam. Ohne eine gute Organisation und Planung geht unter diesen Umständen nichts, denn wer nachts noch damit verbringt die Aufgaben zu erledigen, der wird auf die Dauer Probleme mit dem Schlaf bekommen.

Besonders gut hat mir die Struktur der Fächer gefallen. Man bekommt am Anfang vom Semester einen genauen Plan (Syllabus) was in der Vorlesung behandelt wird und kann somit alles gut selber nachvollziehen und gegebenenfalls auch nacharbeiten wenn man Unterricht verpasst hat. Dies kommt während der Saison aufgrund von Auswärtsspielen gelegentlich mal vor. Desweiteren sind die Klassen eher klein, wie in der Schule. Man sitzt nicht in riesigen Hörsälen mit mehreren hundert Mitschülern und muss Angst haben das man eventuell keinen Sitzplatz mehr bekommt.

Neben dem Lernen und dem ganzen Sport gibt es natürlich auch noch ein wenig Freizeit. Auf dem Campus kann man eigentlich jeden Tag zu irgendeinem Event gehen oder sich an Aktivitäten beteiligen. Abends wird man sich dann in Amerika eher auf einer Hausparty wiederfinden, da Discos und Clubs meistens ab 21 sind.

Nachdem ich in meine Semesterferien Zuhause war und alles sacken lassen habe ist für mich klar, dass ich den richtigen Weg gegangen bin. Ich danke dem Team von Sport-Scholarships.com das sie mich so gut auf diesen Schritt vorbereitet haben und auch als ich dann vor Ort war stets bei Fragen zur Verfügung standen und mir geholfen haben!