Bericht von Henry V.

Sehr geehrtes Sport-Scholarships Team,

Mir geht es extrem gut hier in Tulsa. Hier wird alles daran gelegt, dass die Sportler akademisch und sportlich Erfolg haben.

Die Trainingsgruppe hier gefällt mir sehr gut. Hier ist ein 400 Meter Läufer aus Neuseeland, der mittlere 46er Zeiten laufen kann. Wir haben auch einen 400m Hürdler, der etwas langsamer als ich ist und hier sind zwei andere Freshmen, deren Sprintzeiten minimal langsamer als meine sind. Tulsa ist hauptsächlich für das Cross Country Team bekannt. Letztes Jahr war das Tulsa XC Team Nummer 11 in den USA und hier war auch ein NCAA Champion über 10km. Das Niveau in der Conference ist herausfordernd, aber ich denke, dass ich Punkte für Tulsa erzielen kann. Über 400m Hürden war die durchschnittliche Zeit um ins Finale zu kommen etwa 53,71s. (die 8 Erstplatzierten erzielen Punkte in der Conference). Für 110m Hürden war die durchschnittliche Zeit 14,92s. Ich hoffe, dass ich mit der Männerhürde gut klarkomme und ein paar Punkte erzielen kann, denn Kurzhürde ist eine der schwächsten Disziplinen in unserer Conference.

Das Training hier ist bisher sehr unterschiedlich vom Training in Deutschland. Wir laufen normalerweise 400-800m ein und dann kommt eine Kombination aus Koordination, dynamischem Dehnen und Ausfallschritten. Statisches Dehnen vor dem Training wird hier bewusst nicht gemacht. Das Training hier ist bisher jeden Tag extrem anstrengend. Wir laufen meisten zwischen 10 und 24 Minuten aufgeteilt auf 1 bis 2 Läufe. Bei den Läufen versuche ich immer bei Bailey (aus Neuseeland) mitzuhalten. Momentan ist das Training hier aufgrund von NCAA Regeln noch auf 8h pro Woche reduziert, aber ab dem 15. Oktober können wir bis zu 20h trainieren. Dann fange ich auch mit Hürdentraining an. Die nächsten zwei Semester konzentrieren wir uns auf Kurz- und Langhürde, aber langfristig möchte der Coach mich hier wahrscheinlich über die Langhürden sehen. Montags, Donnerstags und Freitags haben wir nach dem normalen Training für etwa 1h Krafttraining. Wir haben einen Coach im Kraftraum, der für unser Training dort zuständig ist. Im Kraftraum gibt es auch 2 große Kühlschränke, bei denen wir uns bedienen können. Nach jedem Krafttraining rollen wir unsere Beine aus. Dafür werden meistens durchgeschnittene Rohre verwendet, es gibt aber viele andere Arten von Rollern. Neben dem Kraftraum gibt es einen „training room“, in dem ein Eisbad, ein warmes Bad und sehr viele andere Möglichkeiten zur Erholung sind. Dort ist auch eine Physiotherapeutin, die nur für das Track Team zuständig ist.

Akademisch kriegen Athleten hier so viel Unterstützung wie möglich. Für Athleten ist Nachhilfe in jeglichem Fach kostenlos, wir können ins Writing Center oder Math Lab, wo wir Hilfe mit Texten oder Mathehausaufgaben bekommen und es gibt ein ganzes Gebäude mit sehr vielen Räumen und Computern, in dem Athleten lernen können und ihre Hausaufgaben erledigen können. In dem Gebäude arbeiten mehrere Leute, die nur dafür zuständig sind Athleten akademisch zu unterstützen.

Es wird alles daran gelegt, dass die Athleten sich hier wohlfühlen. Neben Studiengebühren, Health Insurance, Wohnen, Essen in der Cafeteria (für mich 12 Mahlzeiten pro Woche) und (Fast Food) Restaurants (hier habe ich 400 Dollar pro Semester) auf dem Campus, Büchern (die oft bis $900 Dollar pro Semester kosten) und sehr vielen Sportsachen bezahlt die Uni auch Taschengeld.

Generell fühle ich mich hier auf dem Campus sehr wohl. Das tolle am Campusleben ist, dass alle Leute, mit denen man Dinge unternehmen möchte auch auf dem Campus sind und so nie Langeweile aufkommt. Wenn ich gerade nicht Unterricht habe oder Hausaufgaben machen muss, gibt es immer Leute, mit denen ich Beachvolleyball, Billard oder Tischtennis spielen kann. Oft fahren wir auch in die Innenstadt von Tulsa, in der wir Donuts essen oder andere Sachen unternehmen können. Die Studenten hier sind alle extrem freundlich und offen für neue Freundschaften. Der Campus hat eine gute Größe, ich kann in 10-15 Minuten vom einen Ende zum anderen laufen. Hier ist es auch hilfreich, dass die Uni mir kostenlos ein Fahrrad zur Verfügung stellt.

Der Unterrichtsstoff ist bisher extrem einfach für mich, ich habe mir aber sagen lassen, dass der Stoff in den nächsten Semestern schwieriger wird. Obwohl ich die ersten beiden Mathekurse hier übersprungen habe, ist der Stoff beispielsweise noch extrem leicht. Was wir hier in Mathe machen, ist in Deutschland Stoff in der 10. und 11. Klasse. Am besten gefällt mir der Finance Kurs. Die Professorin dort hat sich durch Aktieninvestments ein Vermögen aufgebaut und ist jetzt aus Spaß Professorin.

Mit eurem Service bin ich rundum zufrieden. Ich hatte keine Probleme und alles hat reibungslos funktioniert. Ich möchte mich noch einmal herzlich für eure Unterstützung bedanken.

Gruß,

Henry

In den study halls haben wir Aussicht aufs Footballstadium und können manchmal auch beim lernen gleichzeitig Footballspiele gucken. Das Eisbad im Bild wurde erst vor ein paar Wochen für mehrere Zehntausend Dollar erneuert.