Bericht von Julia K.

Ein Studium in den USA verbunden mit College Sport auf hohem Level? In meinen letzten beiden Jahren im Gymnasium war das unvorstellbar für mich, jedoch eine großartige Möglichkeit, über die ich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal gehört hatte. Doch jetzt nach fast drei Monaten in Amerika, bin ich begeistert von dem amerikanischen Hochschulsystem und kann euch von meinem Leben in Amerika erzählen und warum es sich lohnt, eure Komfort-Zone zu verlassen und ein Auslandstudium zu wagen.

Da ich nach meinem Abitur für ein paar Monate nach Amerika gehen wollte, um das Land kennenzulernen und meine Englischkenntnisse zu verbessern, informierte ich mich über Programme, die einen Amerikaaufenthalt mit nicht allzu hohen Kosten ermöglichten. Dabei stieß ich auf Vermittlungsagenturen, die gute Sportler an die Hochschulmannschaften amerikanischer Universitäten vermitteln. Mein Interesse war geweckt und ich füllte einfach mal die kostenlose Chanceneinschätzung von sport-scholarships aus. Zwei Tage später kontaktierte mich sport-scholarships und erklärte mir in einem kurzen Gespräch, dass sie mich für ein Sportstipendium geeignet hielten. Ich war natürlich begeistert darüber, aber auch verunsichert. Wollte ich wirklich für vier Jahre in Amerika studieren? Es waren einige Telefongespräche, E-Mails und mehrere Monate nötig, bis ich mich letztendlich entschied, den Vermittlungsprozess anzugehen. Sport-Scholarships half mir hervorragend bei allen wichtigen Schritten und ich bin überglücklich, dass mich das Team so gut betreut und am Ende überzeugt hat, den Prozess anzugehen, da ich sonst wohl eine der besten Zeiten meines Lebens verpasst hätte.

Ich konnte nicht glauben, dass ich wirklich nach Amerika gehen würde bis zu dem Tag als ich im Flieger nach Chicago saß! Da die Teams, deren Season bereits im Herbst beginnt, sich für die Vorbereitung oft schon 4-6 Wochen früher treffen, musste ich schon Anfang August nach Amerika fliegen. Als ich die Rolltreppe der Empfangshalle herunterkam, sah ich nicht nur meine Coaches, sondern auch mein ganzes Team, welches mich als Überraschung am Flughafen abholte, was mich sofort wie zu Hause fühlen ließ. Mein Roommate brachte mich zu den Dorms (Wohnheime der Uni), wo ich mich sofort wohl fühlte. Die Residence Halls erlauben einen Blick über die gesamte Stadt und ich kann immer noch nicht genug von dem Ausblick bekommen.
Die ersten fünf Wochen verbrachte ich täglich mit meinem Team. Der Tag begann normalerweise morgens um 7:00 Uhr mit Konditionstraining und anschließendem Breakfast. Nach einer kurzen Pause gab es Lunch und um 14.00 Uhr startete die zweite Trainingseinheit. Am Abend waren wir bei verschiedenen Familien eingeladen, bei denen wir zum Dinner zu Gast waren. Auch Wanderungen in den Rocky Mountains, Klettern, Schwimmen, Yoga und viele andere „Teambonding“-Aktivitäten waren Teil unserer Preseason. Zusätzlich hatten wir einige Vorbereitungsspiele und auch einen Auswärtstrip von einer Woche nach Denver, wo wir gegen zwei Teams aus Colorado und Kentucky spielten, aber nebenbei auch Zeit hatten, die Stadt ein bisschen anzuschauen.
Highlight für mich war dann der Beginn der Hauptseason. Mit Teams aus ganz Nordwestamerika in unserer Liga, ist es erforderlich zu den Spielen zu fliegen, wodurch ich schon viel reisen und einige große Städte wie Seattle, Portland und Vancouver besuchen konnte.

Auch das Studium in den USA gefällt mir sehr gut. Im ersten Jahr habt ihr die Möglichkeit, in unglaublich viele interessante Fächer hinein zu schnuppern und - falls ihr noch nicht genau wisst, welches Fach das Richtige für euch ist - herauszufinden, welche Bereiche euch gut gefallen. Zudem sind der Sport und die Schule im Gegensatz zu Deutschland nicht getrennt und die Professoren nehmen das ganze Semester Rücksicht auf die Athleten und unterstützen sie, gute Schulleistungen zu erzielen trotz der vielen Fehltage aufgrund von Auswärtsspielen.

Alles in allem kann ich ein Amerikastudium nur empfehlen, wenn eure Leidenschaft einem Sport gehört. Das Schulsystem in den USA ermöglicht nicht nur Sport auf hohem Niveau, sondern auch ein gutes Studium. Mein Ratschlag: Findet den Mut, den Vermittlungsprozess anzugehen, sucht euch ein Team, mit dessen Coach ihr euch gut versteht und glaubt mir, ihr werdet eine unglaublich schöne Zeit in Amerika haben!