Bericht von Katharina M.

Mein Traum war es schon immer, mit einem Tennisstipendium nach Amerika zu gehen, um dort zu leben. 2010 ging dieser Wunsch in Erfüllung und mit Hilfe von Sport-Scholarship erhielt ich ein Stipendium an einer großen Division 1 Uni in Philadelphia. Ich entschied mich dafür, Psychologie zu studieren, was mir bis zum Ende sehr gut gefiel.

 Für mich war es ganz wichtig, an eine möglichst große Uni zu gehen, weil das meiner Vorstellung vom richtigen „College life“ entsprach. Zudem ist Philadelphia eine große und belebte Stadt und gleichzeitig nicht zu weit entfernt von New York. Jedoch wusste ich vorerst nicht, wie gefährlich der Stadtteil der Uni in Philadelphia war und wie viel Druck auf mich zukam als ich dort anfing, für das Tennisteam zu spielen.

Ich merkte schnell, dass Philadelphia nicht die richtige Wahl war und es mir besser gefiel, das ganze Jahr über möglichst draußen zu spielen. Für mich spielte das Wetter im Nachhinein doch eine größere Rolle ,deswegen entschied ich mich für einen Wechsel, bei dem Sport-Scholarship mich  sehr unterstützte. Ohne die Hilfe von Sebastian Haensel und Philipp Liedgens hätte ich das nicht geschafft. Die beiden waren immer Ansprechpartner für meine Familie in Deutschland und für mich in den USA.

Da ich nun ein Jahr Erfahrungen sammeln konnte, wusste ich genau was ich wollte. Ich suchte mir die Grand Canyon University in Phoenix aus und packte umgehend meine Koffer.

Zuerst war ich nicht so sehr davon begeistert , in die trockene Wüste nach Phoenix zu gehen, doch der Reiseplan des Tennis Teams reizte mich sehr. Jede Saison hatte ich das Glück, für Matches nach Hawaii, San Diego, San Fransisco, Las Vegas, Los Angeles und einmal sogar nach Florida zu reisen. Wir waren in den tollsten Hotels aufgehoben und hatten eine Menge Spaß! Gleichzeitig waren wir auch sehr ehrgeizig und wollten uns unbedingt für die Nationals qualifizieren.

Wir trainierten sehr hart und forderten uns immer wieder auf’s Neue. Wir trainierten 5x die Woche und hatten zusätzlich 3x die Woche Fitness-Training. Dazu hatten wir ein hoch qualifiziertes Physio -Team an unserer Seite, das uns täglich zur Verfügung stand. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und hatte nie das Gefühl, alleine zu sein. Durch das Tennisteam habe ich gleich Anschluss gefunden und Menschen aus aller Welt kennengelernt. Nicht nur das Tennisteam war sehr international, sondern fast alle Teams der Uni hatten Spieler aus Schweden, England, Frankreich, Spanien, Brasilien etc.

Da ich 2 Jahre in Neuseeland gelebt habe und dort meinen Schulabschluss machte, war die englische Sprache kein Problem mehr für mich, jedoch sollte man sich nicht zu viele Sorgen darum machen, denn alle anderen mit wenig englischen Vorkenntnissen haben es auch geschafft und die Sprache sehr schnell gelernt. Meine Professoren in Amerika waren immer sehr nett und zuvorkommend und hatten immer ein offenes Ohr, speziell für ausländische Studenten. Meine Professoren haben sich sehr für ihre Studenten eingesetzt und auch außerhalb des Unterrichts Interesse an uns gezeigt. Einige Professoren sind sogar zu unseren Tennismatches gekommen um uns zu unterstützen.

Als Student Athlete in Amerika ist man etwas Besonderes und überall an der Uni bekannt. Für mich war es ein tolles Gefühl, von mir unbekannten Menschen auf unsere sportlichen Erfolge angesprochen zu werden. Tennis ist ein Einzelsport, doch in Amerika steht das Team an erster Stelle und man spielt nicht nur für sich selber. Das fand ich besonders toll, denn ich hatte mein Team immer hinter mir.

Meine Graduation war der krönende Abschluss, denn es lief wirklich so ab, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Unsere GCU Basketball Arena war gefüllt von Leuten und es hätte wirklich besser nicht sein können. Wir wurden einzeln auf die große Bühne gebeten und bekamen unser Diploma. Das war ein sehr bewegender Moment für mich und meine Familie, die dieses Ereignis mit mir und meinen Freunden gefeiert haben!

 Ich könnte stundenlang weiter berichten, denn es gibt so viele schöne und lustige Dinge, die ich während meiner Zeit in Amerika erlebt habe. Deswegen rate ich jedem, der die Chance hat : Nehmt sie wahr.

Das absolute Highlight meiner Zeit war, unser Match gegen Hawaii Pacific in Las Vegas, denn wir hatten einen ganz besonderen Gast.... Steffi Graf kam vorbei und hat bei meinem Doppel zugeschaut. Ich war so nervös, so dass meine Doppelpartnerin und ich nach einer 5:2 Führung letztendlich  5:8 verloren, doch das Foto mit Steffi im Anschluss ließ mich dies vergessen .

 

Ich wünschte, es gäbe mehr als 4 Saisons Eligibility, denn diese 4 Jahre vergehen wie im Fluge und zählen zur besten Zeit meines Lebens.