Bericht von Konstantin O.

Erlebnisbericht Friends University

Als ich Anfang August in Wichita landete wurde ich direkt von einem Mitarbeiter der Uni abgeholt und zu einem der „Soccer Häuser“ gefahren. Meine Mitspieler, der Trainerstab und alle Angestellten der Uni machten es sehr einfach für mich, sich in der neuen Umgebung einzuleben und waren immer hilfsbereit, wenn ich fragen hatte. Unser Team besteht aus vielen Spielern mit verschiedenen Nationalitäten (unter Anderem: Brasilien, Deutschland, Australien, Großbritannien und Amerika natürlich), die alle gut miteinander auskommen. Trotz vieler Neuzugänge war von Anfang an sehr gute Stimmung im Team und ich fühlte mich vom ersten Moment an als Teil der Mannschaft.

Wenige Tage nach meiner Ankunft begann die Saisonvorbereitung. Es wurde direkt deutlich, dass im College Fussball physische Fitness aller höchste Priorität hat. Obwohl ich in Deutschland auch schon auf hohem Niveau gespielt habe (U17 Bundesliga, U19 Regionalliga), ist die Intensität der Lauf- und Krafteinheiten in Amerika deutlich höher. Sportlich gesehen war dies definitiv die größte Umstellung für mich. Im Nachhinein hätte ich mir jedoch gewünscht, dass das Verhältnis zwischen Fitness- und Taktiktraining bzw. Ballarbeit in der Vorbereitung etwas ausgewogener gewesen wäre.

Als die ersten Freundschaftsspiele los gingen merkte ich schnell, dass das Niveau der Gegner von unterem Landesliganiveau bis hin zu gutem Verbandsliganiveau sehr stark variiert. Das Niveau der Schiedsrichter ist leider deutlich schwächer als in Deutschland und ich musste lernen mich nicht allzu sehr über fragwürdigen Entscheidungen aufzuregen und einfach auf mein Spiel zu konzentrieren.

Hätten wir es zum National Tournament geschafft wären wir auch noch auf deutlich stärkere Mannschaften gestoßen. Doch obwohl wir eine Mannschaft mit guten individuellen Spielern hatten, waren wir als Team letzte Saison leider nicht so erfolgreich wie erhofft.

Für mich persönlich lief es sportlich gesehen jedoch recht gut. Ich konnte mir schon während der Preseason einen Stammplatz im Team erarbeiten und war am Ende der Saison der Spieler mit den meisten Einsatzminuten. Des Weitern erhielt ich eine „Honorable Mention“ von unserer Conference.

Einen Monat nach meiner Ankunft fing der Unterricht an der Universität an. Da Friends University mit knapp 3000 Studenten eine recht kleine Universität ist, gleicht der Unterricht eher dem Schulunterricht, den ich von meinem Gymnasium in Deutschland gewohnt war, als dem Bild dass ich von Universitäten in Deutschland hatte. In jedem Kurs sitzen im Durchschnitt 25 Schüler, was in meinen Augen sehr angenehm ist. Die überschaubare Kursgröße macht es dem Lehrer einfacher mit den Studenten zu interagieren und auf individuelle Fragen einzugehen, als in einem großen Auditorium mit über 100 Studenten zum Beispiel. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass so gut wie jeder Lehrer sehr daran interessiert ist jedem einzelnen Student zu helfen und das Bestmögliche aus jedem Schüler herauszuholen.

Zum Leben außerhalb von Schule und Sport kann ich sagen, dass Wichita mit 400.000 Einwohnern eine nette Stadt ist die von Shopping Malls, Restaurants und Kinos bis hin zu ein paar Bars und Clubs einige Beschäftigungen zu bieten hat, jedoch alles in allem eher ruhig ist.

Die Menschen in Kansas sind ausgesprochen höflich jedoch auch sehr konservativ eingestellt was ab und zu noch sehr ungewohnt für mich war.

Ein großer Pluspunkt in meinen Augen war, dass wir als Soccer Team die Möglichkeit haben, zusammen in Häusern nahe des Campus zu leben und somit viel mehr Freiheiten geniessen als in den Dorms der Universität..

Alles in allem laesst sich sagen, dass trotz der sportlichen und kulturellen Umstellungen das Fall Semester 2013 an der Friends University in Wichita Kansas eine positive Erfahrung war.