Bericht von Larry

Hallo liebes Sport-Scholarships-Team,

 zunächst einmal möchte ich mich für alles was ihr für mich getan habt ganz herzlich bedanken, besonders Malte, Philipp und Sebastian. Ihr drei wart sowohl telefonisch als auch per Email immer für mich erreichbar und habt mir immer sinn- und wertvolle Tipps und Infos gegeben. Außerdem habt ihr mir den Prozess bis zu meiner letztendlichen Ankunft hier in den Staaten so einfach wie möglich gemacht. Vielen Dank dafür!

Als ich hier am 15. Juni am Flughafen ankam war für mich schon klar, dass das Leben hier in den Staaten ganz anders werden würde. Ich wurde herzlich von meinem Assistant-Coach empfangen und zur Uni gebracht. Während der Fahrt hatte ich zum ertsen Mal die Möglichlkeit etwas von Baltimore zu sehen und wir tauschten Impressionen sowohl aus den USA als auch aus Deutschland aus und redeten über die Erwartungen die Loyola an mich stellt. Schon während dieser Fahrt wurde mir klar, dass ich als student-athlete unter einer enormen Doppelbelastung stehen würde. Ich entschied mich für Loyola, weil der Coach sich wirklich um mich bemüht hatte und das finanzielle stimmte. 

Die sportliche Seite verlief eigentlich ganz gut, aber endete sehr unglücklich. Wir kamen mal wieder als einer der großen Favoriten in die neue Saison der MAAC Conference und wurden dieser Rolle auch gerecht. mit einem Record von 8-1-0 qualifizierten wir uns für das MAAC Tournament. Unsere Non-Conference war leider weniger gut, was uns letztendliches wichtige Plätze im NCAA Ranking gekostet hat. Gegen Iona College gewannen wir im Halbfinale 1:0 und standen zwei Tage dem anderen Finalisten Niagara gegenüber. Für mich persönlich war dies schon mal ein kleiner Erfolg, allerdings mit einem Wermutstropfen, da ich mir im Halbfinale den hinteren Oberschenkelmuskel zerrte und das Halbfinale sowie das Finale verletzt spielen musste.  Im Finale verloren wir dann in der zweiten Halbzeit der Verlängerung, was uns allen beinahe das Herz aus der Brust riss. Wir hofften zwar noch auf eine Teilnahme am College Cup aber waren 3 Ranking Plätze zu niedrig. Damit endete meine erste College Saison mit einem bitteren Ende. Jedoch war diese Saison eine tolle Erfahrung. Meine Team-Kollegen waren super und das Trainer- und Betreuer-Team hätte man sich leidenschaftlicher und engagierter kaum vorstellen können. Ich beendete meine Freshman-Saison mit 13 Toren und 3 Vorlagen und konnte auch persönliche Auszeichnungen erhalten:

4x Rookie of the Week
All-MAAC Rookie-Team
All-Conference First Team
Rookie of the Year
All North-Atlantic Region 2nd Team
Collegesoccernews All-Freshman 2nd Team 
Topdrawersoccer.com All -MAAC Top 20 Players (6th)

Ich hatte ein wirklich super Team, was nächste Saison von der MAAC in die Patriot League zieht und aus vielen neuen Gesichtern bestehen wird. Ich bin einfach nur dankbar für die vergangene Saison und freue mich schon auf die kommende. Meinen Traum irgendwann in den Profifußball zu kommen habe ich noch nicht begraben. Ich hatte sicherlich Angebote von anderen Unis nach der Saison aber ich fühle mich hier bei Loyola wohl und solange ich meine Leistung abrufe und fokussiert bin, wird sich der Rest auch hoffentlich ergeben.

 

Die schulische Seite verlief ebenfalls ganz gut. Durch die Sommerschule, die ich absolvierte konnte ich mich schon ein bisschen auf den amerikanischen Unterrichtstil einstellen und nebenbei noch ein paar credits für das Semester verdienen. Zu Beginn war für mich natürlich alles noch sehr ungewohnt und etwas schwieriger als für alle anderen. Das Gute an der Sache war dass, meiner Zimmerkollegen sowie Lehrer und andere Studenten mir sehr geholfen haben und ich niemals das Gefühl hatte mit irgendetwas alleine dazustehen. Mit der Zeit gewöhnte ich mich immer mehr an alles und konnte wunderbare Freundschaften schließen. Ich bin vor kurzem mit all meinen Exams fertig geworden und hoffe auf einen GPA von mindestens 3.0, was auch meine Trainer von unserem gesamten Team erwartet. 

Meine besten Freunde sind hier meine Zimmerkollegen, mit denen ich schon das ein oder andere erlebt habe :) Wir bestanden ursprünglich aus einem Isländer, Deutsch-Amerikaner, Engländer, zwei Amerikanern und mir, bevor der Isländer und Deutsch-Amerikaner gehen mussten. Das war zwar enttäuschend aber ich verstehe mich mit den alten und neue Kollegen super. Der Campus der Uni ist sehr schön gestaltet und sehr gepflegt. Ich lerne jeden Tag neue Leute kennen und es ist einfach immer wieder erstaunlich wie wenig Amerikaner über Deutschland wissen :D

Ich hatte hier wirklich sehr schöne und tolle 6 Monate und hoffe, dass noch einige dazu kommen werden. Ich genieße hier an einer Privat-Uni eine tolle Erziehung und spiele nebenbei noch Fußball auf einem akzeptablen Niveau. Für alle, deren Wunsch vom Profifußball in Deutschland langsam in die Ferne rückt, ist ein Fußballstipendium hier in den Staaten eine außergewöhnliche Chance und Alternative. Mit einem Abschluss hier, habt ihr schon etwas in der Hand was euch in eurem späteren Leben sicherlich sehr hilfreich sein kann. 

Seid euch bei der Wahl eurer Uni wirklich sicher. Ein toller Name mit einem tollen Ranking kann manchmal blenden. Das wichtigste ist, dass ihr euch bei eurer Uni wohlfühlt und spielt! Der Coach spielt dabei eine Schlüsselrolle. Vertraut am besten eurem Instinkt. 

Nochmals vielen Dank und schöne Grüße aus Baltimore/Maryland!!

Larry