Bericht von Lucas K.

Hey Sebastian!
entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät und meine Antworten können noch von Nutzen sein. Danke übrigens für deine lieben Worte. Ist gut so etwas zu hören. Wir hatten ein Testspiel und in den letzten zehn Minuten ist es dann passiert. Das man das spring Semester nutzen soll, um schulisch aufzuholen weiß ich ja, aber ich finde es trotzdem sinnlos, denn so eine Saisoneinteilung mag ja ok sein für Basketball oder Eishockey aber für Fußball find ich es einfach falsch, zumal die Amerikaner eh die einzigen sind, die so eine kurze Saison haben. Nun ja, ich werde mal versuchen deine Fragen gut zu beantworten.
Warum bist du in die USA gegangen?
In die USA bin ich gegangen, weil ich mir das seit meinem Austausch 2006 einfach erträumt hatte hier zu studieren. Wenn man dann noch ein bisschen genauer erklärt bekommt, wie das hier mit dem Sport in Zusammenhang mit den Stipendien ist, dann kann man das nur geil finden. Die Begeisterung auch für Collegesport habe ich ja damals schon mitbekommen. Als ich mir dann vorgestellt habe, dass ich für meine absolute Lieblingsbeschäftigung praktisch auch noch bezahlt werde und nebenbei trptzdem studieren kann und ebenfalls das was ich möchte, da war klar, dass ich einfach hierher möchte.
Worin siehst du die größten Unterschiede zu Deutschland?
Die Unterschiede liegen, denke ich, hauptsächlich in der Kultur. Allerdings kann man das gar nicht für ganz Amerika spezifizieren, denn jede Gegend ist etwas anders. So lange man offen ist für neue Dinge, nicht alles extren eng sieht, sondern sich einfach seine eigene Meinung bildet, kann man hier super auskommen und wird sich hier auch gut zurecht finden. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist ja auch der Kontakt zu Freunden und Familie kein Problem, sodass man sich in einer schwierigen Phase auch immer mit Leuten austauschen kann, denen man 100%ig vertraut.
Was gefällt dir in den USA am besten?
Mir gefällt besonders gut, dass ich hier praktisch alles gestellt kriege als Student. Alles ist in meiner Nähe und es ist durch das Team und den Unterricht auch überhaupt kein Problem Kontakte aufzubauen. Man kriegt mit, dass die amerikanischen Filme nicht nur Täuschungen sind, sondern dass das Collegeleben durchaus so vorstellbar ist.
Worauf musstest du dich erst einstellen?
Beim Fußball ist es natürlich erst einmal gewöhnungsbedürftig, da der Großteil taktisch teilweise nicht sehr gut ausgebildet ist. Trotzdem ist das Niveau wesentlich besser als ich gedacht hatte und in der Division 1 durchaus schon mit der Oberliga zu vergleichen, denke ich zumindest. Die Jungs hier können auf jeden Fall Fußball spielen und man spürt regelrecht, wie Fußball hier wächst. Ansonsten muss man sich vielleicht noch ein bisschen an das Leben auf dem Campus usw. gewöhnen, was in Deutschland aber ebenfalls der Fall gewesen wäre und deshalb keinen großen Unterschied darstellt. Ich denke, dass für viele ausländische Studenten das größte Problem ist, dass sie sich an die Entfernung von der Familie gewöhnen müssen, aber auch das wäre in Deutschland irgendwann der Fall gewesen.
Was hast du neu gelernt oder wie hast du dich weiterentwickelt?
Man lernt jeden Tag dazu, ob es nun die Sprache ist, wie man mit Konflikten umzugehen hat, wie man gewissen Humor aufzufassen hat, wie man wichtige Angelegenheiten auch auf Englisch selber regelt und auch fußballerisch kann man noch einiges dazulernen und sich jeden Tag verbessern.
Wie gehts bei dir weiter?
Meine weitern Pläne sind, das Studium hier nach Möglichkeit gut weiterzuführen und hoffentlich auch zu beenden und natürlich auch mich fußballerisch und persönlich weiterzuentwickeln, um auch eine Basis für eine weitere erfolgreiche fußballerische, sowie berufsmäßige Zukunft zu schaffen.
Kannst du deutschen Abiturienten den College Sport empfehlen? Wenn ja, warum?
Ich kann es auf jeden Fall empfehlen. Die Gründe konnte man alles schon lesen. Es ist einfach eine Erfahrung, die sich lohnt, von der man nicht dümmer wird und die die Meisten mit Sicherheit nicht würden missen wollen, bzw. sie würden sich später ärgern eine großartige Gelegenheit ausgelassen zu haben.
Nun gut, ich hoffe, dass das ausreichend ist. Wie geht es dir und was gibt es Neues? Wenn du noch Fragen hast, dann sag einfach Bescheid. Greetz Luc