Bericht von Marcel M.

Interview mit Marcel Meinzer (seit 2018 an der University of Kentucky (NCAA Division I), vorher Herren-Landesliga und -Verbandsliga)

Marcel, du studierst seit 2018 mit einem Fussball-Stipendium in den USA. Wie kann man sich das genau vorstellen?

Es gibt Athleten in unserem Alter die perfekte Möglichkeit, ihren Sport auf hohem Niveau unter nahezu professionellen Bedingungen auszuüben und dies mit einem Studium zu verbinden. Zudem ist es extrem teuer in den USA zu studieren. Ein Stipendium ermöglicht eine hohe oder sogar eine volle Finanzierung des Studiums. Des Weiteren ist es möglich, dass auch die Kosten für das Essen, das Wohnen und Versicherungen von der jeweiligen Universität übernommen werden. Ich persönlich spiele Fussball in der Division I an der University of Kentucky. Das lässt sich, vor allem in der Fall-Season, wie ein Vollzeitjob verstehen. Man steht morgens auf, geht zur Uni, danach hat man mittags eine Trainingseinheit und dann  meistens noch etwas für die Uni zu erledigen oder unternimmt etwas mit dem Team.

Deine erste Saison in den USA war direkt erfolgreich und endete erst im NCAA Tournament. Wie hast du diesen Traumstart erlebt?

Wir hatten am Ende der Saison einen Record von 19-2-1, haben unsere Conference gewonnen, wurden Conference Tournament Champions und im NCAA Tournament sind wir bis zur Elite 8 (Viertelfinale) gekommen. Es war eine unbeschreibliche Saison für uns! Für mich persönlich war es herausragend, ausgerechnet in meinem ersten Jahr so viel Spielpraxis zu bekommen und so viele Erfahrungen zu sammeln. Des Weiteren war es sehr cool, den “Hype”, den wir als Soccer Team bekommen haben, mitzuerleben: Autogramme, Videos, Interviews. All das war für mich neu, aber eine unglaubliche Erfahrung. Sehr schade war, dass wir im Viertelfinale des NCAA Tournaments rausgeflogen sind, denn das Halbfinale hätte in Santa Barbara, Kalifornien stattgefunden.

Was gefällt dir besonders an deinem Leben in den USA?

Besonders gut gefällt mir natürlich, dass ich den Leistungssport und die Uni kombinieren kann. Hierbei lerne ich sowohl auf dem Fußballplatz, als auch im Klassenzimmer sehr viele verschiedene Kulturen kennen, was äußerst interessant ist. Ansonsten gefällt mir es mir sehr, einen relativ durchgetakteten Tagesablauf zu haben. Diesen zu meistern erfordert  auch Disziplin und eine gewisse Professionalität. Die Leute hier sind sehr freundlich und offen, was es mir erleichtert hat, schnell den Anschluss und viele neue Freunde zu finden.

Wo siehst du Unterschiede und Parallelen zum Fußball in Deutschland und dem Spielniveau in der NCAA Division I?

Erstmal gibt es einige Regelunterschiede, wie beispielsweise bei der Auswechslung. Aufgrund der Möglichkeit im College-Soccer mehrfach auszuwechseln, entsteht ein enormer Unterschied im Spieltempo. Des Weiteren liegt der Schwerpunkt im College-Bereich eher auf der Athletik, was auch nochmal den Unterschied im Spieltempo erklart. Ergänzend kann man sagen, dass es im College-Soccer wesentlich mehr Ballverluste und Konter gibt, da das Spiel hektischer und schneller ist. Parallelen sehe ich in der technischen und taktischen Ausbildung. Ich denke, dass sich diese mit der U19 Bundesliga vergleichen lässt. Man hat jeden Tag mindestens eine Trainingseinheit und besonders in der Fall-Season fokussieren sich die Teams auf Taktik und Technik.

Kannst du jungen Spielern also den Schritt in die USA empfehlen?

Ich kann jeden nur dazu ermutigen, den Schritt in die USA zu wagen. Es ist ein äußerst anspruchsvolles Niveau, sowohl in fußballerischer, als auch akademischer Hinsicht. Aber man hat erstaunliche Entwicklungsmöglichkeiten und gute Chancen, nach seinem Abschluss den nächsten Schritt zu machen oder auch seinen Sport professionell auszuüben. Deshalb kann ich nur empfehlen, den Schritt in die USA zu gehen, denn es kann das perfekte Sprungbrett fur die Zukunft sein.

Wie hat dir Sport-Scholarships auf dem Weg zum Stipendium geholfen?

Ich bin der festen Überzeugung, dass ich den Schritt in die USA ohne Sport-Scholarships nicht geschafft hatte – komplette Unterstützung seit meinem ersten Telefonat, bis zu meiner Unterschrift bei der University of Kentucky. Selbst, als danach noch Fragen aufkamen, standen mir sämtliche Mitarbeiter zur Verfügung. Ich hatte einen sehr komplizierten Prozess und benötigte nahezu jeden Tag Hilfe, wobei ich mich auf das Team verlassen konnte, das stets schnell und kompetent aufkommende Probleme löste. Zudem bietet Sport-Scholarships mit einem super organisierten Showcase die Möglichkeit, sich zahlreichen Coaches zu präsentieren und hochwertige Angebote von Top-Unis zu bekommen.