Bericht von Marie B.

Dass ich in den USA studieren und Fussball spielen wollte, wurde mir erst bewusst als ich schon mittendrin war. Haette mich das Team von SportScholarships.com nicht angesprochen, und ermutigt ein Profil online zu stellen – ich haette die besten vier Jahre meines Lebens und eine riesige Zahl Chancen und Moeglichkeiten verpasst. Anfangs nur eine „Kann-ja-nicht-schaden-Aktion“ wurde es fuer mich ploetzlich ernst, als sich die Coaches von Harvard fuer mich zu interessieren begannen. Natuerlich hatte ich von Harvard schon gehoert, aber vom Konzept her war es genauso wahrscheinlich dort zu studieren, wie eine Eule von Hogwarts zu bekommen. Ich machte mich also an die Bewerbung.

Mit der Unterstuetzung der Coaches und des Teams von SportScholarships.com ackerte ich mich durch die standatisierten Tests TOEFL, SAT und SAT Subject Test, schrieb Bewerbungsessays und zerbrach mir meinen Kopf (und den meiner Eltern dazu) bei dem Versuch, den Financial Aid Antrag auszufuellen. Die Eliteunis der Ivy-League vergeben keine Sportstipendien. Erfolg im Sport (bei mir die U20 Fussballnationalmannschaft) kann entscheidend sein, um einen Platz an der Uni zu erhalten. Danach ist alle finanzielle Unterstuetzung aber beduerfnisabhaengig.

Am Ende war meine Bewerbung erfolgreich, und im September 2014 betrat ich zum ersten Mal den von Touristen umwuselten Campus Harvards, den ich vier Jahre lang mein zuhause nennen sollte. Natuerlich brauchte ich ein paar Wochen und Monate, um mich einzugewoehnen – akademisch, kulturell und fussballerisch. Nicht nur die Regeln, sondern auch der Stil des Spiels waren ungewohnt, und so spielte ich in meiner ersten Saison kaum. Mit der Hilfe von Mannschaft und Trainern fuegte ich mich aber immer besser ein, und die folgenden Saisons verpasste ich (ausser verletzungsbedingt) kein Spiel mehr. Im letzten Jahr durfte ich die Mannschaft als Kapitaenin aufs Feld fuehren. Insgesamt gewannen wir in meinen vier Jahren zweimal unsere Liga und durften zu den nationalen Meisterschaften.

Waehrenddessen hatte ich mich in der Uni fuer Politikwissenschaften im Haupt-, und Psychologie im Nebenfach entschieden. Nach anfaenglicher Nervositaet der Sprache under Beruehmtheit Harvards wegen, fand ich mich auch hier immer besser zurecht und entschied mich den Honors-Track zu belegen und damit die (optionale) Bachelorarbeit zu schreiben. Das 130-Seiten Monstrum zum Thema Weltraumfahrtspolitk wurde mehrfach ausgezeichnet und ich machte meinen Gesamtabschluss unter den Top 5% meines Jahrgangs mit Summa Cum Laude.

Der beste Teil meiner Geschichte kommt aber noch. In meiner Zeit in den USA habe ich unglaublich enge Freunde gemacht. Das Leben im College macht es leicht neue Leute kennen zu lernen und liebe zu lernen. Mit diesen neugewonnen Freunden habe ich die USA bereist (Highlight waren der Besuch bei einer Mannschaftskameradin auf Hawaii, eine 30-taegige Wanderung auf dem Pacific Crest Trail mit meiner Mitbewohnerin, und Spring Break am Grand Canyon und im Zion Nationalpark). Ich kann es kaum erwarten zurueck in die USA zu fliegen, um diese Menschen wiederzusehen.

Keine diese Erfahrungen und Freunschaften waere moeglich gewesen, waere ich in Deutschland geblieben. Natuerlich hat meine Familie mir gefehlt, sehr sogar, aber der Stolz meiner Eltern bei der Graduation Zeremonie und die Chance meinen Geschwistern mein College vorzustellen hat mich darin bestaerkt, dass die Entscheidung die absolut richtige war. Die beste meines Lebens bisher. Deshalb noch einmal einen herzlichen Dank an das Team von SportScholarships.com dafuer, dasss sie mein Potenzial gesehen haben, als ich es nicht tat, und mir dann einen Tritt in den Hintern verpasst haben, mich auch wirklich zu bewerben.