Bericht von Merle L.

Erfahrungsbericht USA von Merle 

Seit August studiere ich  schon am Lafayette College in Easton, PA und habe jetzt mein erstes Semester beendet. Als Kurse belegte ich die Fächer Spanish, International Politics, Economics und Order and Justice in the World Community. Zunächst fiel es mir schwerer, die komplizierten Vorlesungen in Wirtschaft und Politik gut nachzuvollziehen und strukturierte Aufzeichnungen zu machen, da es doch sehr viele Wörter gab, die ich durch mein Schulenglisch einfach nicht kannte, die aber Bestandteil des Fachvokabulars waren. Nichtsdestotrotz wurde es nach ein paar Vorlesungen leichter und so konnte ich auch die Multiplechoice- und Essayklausuren gut bewältigen. In meinem Spanisch- und Order and Justicekurs wurde der Unterricht eher wie im deutschen Gymnasium gestaltet, sowohl mit Gruppendiskussionen als auch durch Schreiben und Vortragen von Texten oder Analysen. Der Wirtschafts- und Politikkurs hingegen ähnelte mehr einer klassischen Univorlesung, wo der Student nur Notizen macht und diese später nacharbeitet. Dies fiel mir zunächst schwerer, da es viel Selbstständigkeit und Engagement fordert. Alles in allem gefielen mir die Kurse jedoch sehr gut und ich konnte bereits viel lernen.

Auch sportlich gab es für mich eine Umstellung, da sich der Collegefußball doch sehr von dem deutschen Clubfußball unterscheidet. Während in Deutschland die Taktik- und Technikschulung im Fokus steht, hatte ich das Gefühl, dass es in den USA mehr um Athletik und Fitness geht, was sich leider in den Spielen widergespiegelt hat. Verglichen mit dem deutschen Fußball gefällt mir das Spiel der Amerikaner nicht so gut, da es weder schnelle und kurze Passkombinationen gibt, noch effizient auf das gegnerische Tor gespielt wird. Vom Leistungsniveau denke ich, dass ich trotzdem gut ins Team passe, da ich jedes Spiel meine Einsätze hatte. Trotzdem war es für mich eine riesige Umstellung mich dem amerikanischen Fußball anzupassen, da ich jahrelang das Zusammenspiel mit deutschen Mitspielern gewohnt war und mir so die neuen Laufwege und Spielkombinationen erst unklar waren und zunächst ich das Gefühl hatte, gar nicht ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Meine Mannschaft war dieses Jahr in der Conference leider nicht so erfolgreich wie gewünscht. Andere Mannschaften spielten einfach schneller und effizienter auf das Tor, als wir es taten. Mit meinen Trainern komme ich ziemlich gut klar, insbesondere mit meinem Haupttrainer, weil er meine Situation als Studentin aus dem Ausland gut versteht, da er selbst aus England kommt. In Einzelgesprächen konnte ich gut über meine Probleme reden, zumal ich das Gefühl hatte, er könne mich besser verstehen als meine Mannschaftskameraden. Als ich im August in die USA kam, haben mich meine Mannschaftskameraden sehr herzlich aufgenommen und mir alles gezeigt, damit ich mich schnell einlebe. Die Gastfreundschaft hat mich auch sehr begeistert, so dass ich die Thanksgivingferien in vier verschiedenen Familien verbrachte. Ich kann mit ihnen über fast alles reden, da wir sehr offen mit Problemen umgehen, wodurch es mir leichter fiel, mich einzuleben und erfolgreich in das Studentenleben zu starten. Insgesamt kann ich sagen, dass mir das College ziemlich gut gefällt; alleine der wunderschöne, alte Campus beeindruckte mich sofort. Dadurch, dass das College nur 2500 Studenten zählt , wirkt das Studieren und Zusammenleben sehr familiär und harmonisch.

Der Service von Sport-Scholarships hat mir auch gut gefallen, da ich bei dem wirklich sehr komplizierten Vorgang der Anmeldung und Absolvieren der Tests stets Hilfe bekommen konnte und ich so auf den ganzen Websites und Formularen den Überblick behielt.

Obwohl ich bisher nur knapp 4 Monate in den USA war, habe ich schon sehr viel mehr mitgenommen als nur Wissen über meine Studienfächer!!!