Bericht von Sabrina B.

Mir geht es gut und es gefällt mir auch immer noch sehr gut hier.


Nachdem ich am Zielflughafen angekommen bin, haben mich meine Trainerin, ihr Ehemann und einer unserer Co-Trainer vom Flughafen abgeholt. Während der Autofahrt konnte ich mich kaum vom Fenster losreißen, weil alles so "Amerikanisch" aussah. Die ersten Nächte habe ich im Haus einiger meiner Mitspielerin gewohnt und die haben mich wirklich super aufgenommen. Natürlich ist es am Anfang etwas viel mit der Sprache, aber ich habe mich eigentlich ziemlich schnell dran gewöhnt.Nach den ersten Tagen, die recht schnell vorbei gingen, hat Preseason angefangen und da war ich dann erst mal überrascht, wie intensiv Sport hier in den USA trainiert wird.  Es hat etwas Eingewöhnung gebraucht, aber nach den ersten Spielen habe ich in jedem Spiel erste 11 gespielt und durchgespielt. Letzte Saison habe ich jede Minute in jedem Spiel gespielt und ich bin so fit wie nie zuvor.

Unser Campus gefällt mir sehr gut. Momentan wohne ich noch in einem Dorm, also direkt auf dem Campus, und ich kann zu allen meinen Vorlesungen laufen. Wer nicht laufen möchte kann auch den Bus nehmen.
Auch meine Kurse gefallen mit gut. Zu Anfang muss man einige Kurse belegen, die nicht unbedingt mit dem jeweiligen Major zu tun haben, aber man kann immerhin aus einer Liste wählen und so immer noch Kurse wählen, die einen interessieren. Ich hatte eigentlich nie Probleme mit der Sprache und ich weiß, dass man mit den Professoren reden kann falls man Probleme hat, und  wenn nötig ein Wörterbuch in die Klausuren mitnehmen kann. Das Gute daran, dass Uni hier relativ teuer ist, ist, dass die Professoren sich wirklich um ihre Studenten bemühen soweit das möglich ist und, dass das Equipment moderner ist als in Deutschland. Ich belege normalerweise um die 5 Kurse pro Semester und da man als Student-Athlete besondere Privilegien hat, können wir uns für unsere Kurse eintragen, bevor alle anderen Studenten es können. Das hat den Vorteil, dass man sich die Uhrzeiten, Professoren und teilweise sogar die Gebäude aussuchen kann. Ich versuche normalerweise alle meine Kurse im selben Teil des Campus zu belegen, damit ich nicht kreuz und quer über den Campus laufen muss.

Mit meinen Mitspielern verstehe ich mich super und wir haben wirklich eine tolle Truppe. Wir machen sehr viel zusammen, selbst außerhalb von Hockey und ich esse zum Beispiel eigentlich nie allein, da immer irgendwer schon da ist oder anbietet mitzukommen. Momentan haben wir 15 Mädels in unserer Mannschaft, aber im August kommen dann noch 8 Freshmen dazu. Außer mir ist noch eine andere Deutsche hier und eine weitere kommt im August dazu. Auch unsere Trainer sind gut, aber am Anfang musste ich mich schon sehr umgewöhnen. Hier ist Training sehr viel intensiver, als ich es aus Deutschland gewöhnt war, und die Erwartungen sind großer, da die Trainer ja eine Menge Geld in uns investieren. Im Grunde kann man sich das vorstellen wie bei einem richtigen Job: Es wird erwartet, dass man bei jedem Training anwesend ist und seine Leistung bringt. Aber unsere Trainer waren sehr verständnisvoll als ich hier angekommen bin. Sie wussten dass ich es nicht gewöhnt war und haben mir alles erklärt. Sie wissen was für ein riesen Schritt es ist von Deutschland in die USA zu kommen, mit einer "Fremdsprache" zurecht zu kommen und sich zusätzlich noch umzugewöhnen. Deswegen sind sie mit uns "Ausländern" verständnisvoller und ich verstehe mich inzwischen wirklich gut mit meinen Trainern.

Das besondere daran ein Student-Athlete zu sein ist, dass Sport hier einen ganz anderen Stellenwert hat. Als Sportler einer Uni ist man das Aushängeschild der Uni, was natürlich bestimmte Erwartungen mit sich bringt, aber auch Privilegien. Wie ich schon sagte können wir uns für unsere Kurse vor allen anderen Studenten einschreiben. Außerdem haben wir auf dem Campus ein Gebäude dass nur für Sportler ist und wo wir in Ruhe lernen können, so also einfach zwischen den Vorlesungen dort hingehen können. Außerdem können wir dort umsonst drucken und dort sind Naturwissenschaften, Mathe und Englisch Tutoren, die wir umsonst nutzen können. Ich bin mir fast sicher, dass ein solcher Ort an jeder Uni existiert. Zusätzlich zu unseren Uni-Advisorn haben wir noch Athletic-Academic-Advisor an die wir uns wenden können, falls wir Fragen haben. Auch wenn wir Probleme mit Professoren haben können wir uns an unsere Athletic-Academic-Advisor wenden und sie versuchen uns weiterzuhelfen. Außerdem ist es natürlich toll, dass wir so viel reisen während der Saison. Meistens kriegt man zwar nur die Hotels, Restaurants und Unis zu sehen aber hin und wieder hat man Glück und kriegt auch ein bisschen was von den Städten zu sehen. So habe ich bisher Chicago, Philadelphia und Washington D.C. besichtigen können, was wirklich sehr cool war!

Ich war sehr zufrieden mit eurem Service. Ihr wart fast immer zu erreichen und falls nicht konnte man auf den Anrufbeantworter sprechen und ihr habt euch meistens kurz darauf gemeldet. Der einzige Fehler lag eigentlich bei mir, dass ich eure Hilfe nicht genug in Anspruch genommen habe und erst mal versucht habe Dinge selbst zu klären. Das war dann doch etwas zeitaufwändig. Also ich kann allen nur empfehlen euch gehörig auf die Nerven zu gehen und eure Hilfe so oft wie möglich/nötig zu nutzen ;-)