Bericht von Sophia B.

Es ist nun fast 1 Jahr her, dass ich über die Bühne des IZOD Center in New Jersey laufen und mein „Tassle“ von rechts nach links heben durfte. Die Graduation Ceremony war typisch amerikanisch, riesig und pompös, und war der Höhepunkt meines Abenteuers in den USA.  Was habe ich also in 4 Jahren gelernt, erlebt und wie blicke ich heute darauf zurück?

Im August 2009 wurde ich von meinem damaligen head coach am Newark Airport in New Jersey empfangen und zum Campus gefahren. Das Abenteur USA hatte begonnen! Meine Universität, die Fairleigh Dickinson University, hat einen sehr hohen Anteil von International Students (darunter auch einige Deutsche) was am Anfang beim Einleben sehr geholfen hat. Wir waren alle im selben Boot, weit weg von zuhause und waren dabei eine neue Kultur und ein neues Land in all seinen Facetten kennenzulernen. Zum Ende meiner 4 Jahre muss ich allerdings sagen waren fast alle meine Freunde Amerikaner und mittlerweile sprach ich viel lieber Englisch als Deutsch.

Jetzt kommen wir zum wichtigsten Teil: Der Uni. Denn auch als student-athlete war die Uni die Priorität, was von meinen Coaches auch immer wieder betont wurde. Zu meiner Überraschung konnte ich von Anfang an sehr gut im Unterricht mithalten und hatte keinerlei Verständnisschwierigkeiten. Was mir besonders gut gefallen hat war der enge Kontakt zwischen Professoren und Studenten. Bei Problemen oder Fragen konnte man sie jederzeit per E-mail oder in ihren office hours erreichen. Mit ein paar meiner Professoren bin ich auch heute noch im regelmäßigen Kontakt. Noch dazu gab es „Tutoring“, wo man sich in jedem(!) Kurs kostenlos Nachhilfe geben lassen konnte. Mein Marketing Department war sehr kompetent und ich kann mit stolz sagen eine sehr gute Hochschulausbildung genossen zu haben.

Als student-athlete verbringt man zudem einen großen Teil seines Tages in den gyms, bei den Physios oder seinen Outdoor-Anlagen. Für mich als Fechterin muss ich sagen, dass ich von Deutschland aus an wesentlich bessere Anlagen gewohnt war, aber ich denke die Fussballer oder Tennisspieler unserer Uni konnten mit ihrer Ausstattung sehr zufrieden sein. Die ersten 2-3 Jahre waren ein auf und ab, geprägt von Verletzungen, schlechtem Coaching und einem zu kleinem Team. Zum Glück (oder leider erst) änderte sich das in meinem senior year als wir einen neuen head coach bekamen und sich die Mentalität deutlich änderte. So endete meine Zeit versöhnlich und für mich, mit dem individual conference title auch sportlich auf einer schönen Note. Trotz den anfangs negativen Erfahrungen muss man sagen, dass man die ganzen 4 Jahre seine Teammates um sich hat, die eine Familie werden und alles erträglich machen.

Außerhalb von Sport und Uni war es ebenfalls eine geniale Zeit! FDU liegt mit dem „Mexican Bus“ 15 Minuten von NYC und man war dementsprechend oft in der City. Von der Uni aus gab es auch häufig kostenlose oder gesponserte Trips. So konnte man z.B. Broadway Tickets für Musicals wie „König der Löwen“, „Mamma Mia“ oder „Mary Poppins“ für nur $15 kaufen, inkl. Transport. Für College-Parties und „Thirsty Thursdays“ in den Bars war auch immer gesorgt – und wenn nicht ging  man halt in die Clubs von NYC. Vom Land und den Leuten hätte ich gerne mehr gesehen, aber bedingt durch Uni und Sport war das leider nicht allzu oft möglich. So blieb es bei Wochenendtrips nach Boston, Turnieren in Chicago oder Spring Breaks in Florida – was ja jetzt nicht soooo schlecht war ;-)

In kurzer Zusammenfassung: Meine 4 Jahre USA? Fan-FREAKIN‘-tastic! Würde ich die gleiche Entscheidung wieder treffen? Heck yes, in a heartbeat!

Once a knight, always a knight! Go Knights!