Bericht von Steffen S.

Moin,

ich bin Steffen, bin 20 Jahre alt, komme aus Kiel und studiere seit letztem August als Freshman an der California State University East Bay in Hayward, was rund 30 Minuten von San Francisco entfernt ist. Über den Fußball und mit Hilfe von Sport-Scholarship.com habe ich hier ein Teil-Stipendium erhalten und kann nun das amerikanische College-Leben genießen und Division II Soccer spielen.

 

Alles hat bei mir angefangen, als mir ein Freund von der Möglichkeit erzählt hat, dass man über den Fußball mit einem Stipendium in den USA studieren kann. Ich fande diese Möglichkeit sehr interessant, da ich nach dem Abi sowieso erstmal ins Ausland wollte und warum also nicht alles mit einem Auslandsstudium und der Möglichkeit weiterhin Fußball auf gutem Niveau zu spielen verbinden?

 

Nachdem die Chanceneinschätzung auf ein Stipendium positiv war, habe ich entschieden, es einfach mal zu versuchen und diese Möglichkeit wahrzunehmen. Die nächsten Schritte für mich danach waren Videos von Trainingseinheiten und Spielen für das Online-Profil zu machen und den Toeffl- und SAT-Test zu bewältigen. Da Englisch immer eines meiner schlechtesten Fächer in der Schule war, hatte ich schon Bedenken, wie die Tests ausfallen würden, aber im Endeffekt ist alles gut gegangen und ich musste die Tests auch nur einmal machen. Neben dem Online-Profil habe ich auch die Chance genutzt an einem Showcase teilzunehmen, was im Februar 2013 in Leipzig stattfand. Bei mir persönlich war dieses Showcase auch erfolgreicher und dort habe ich unter anderem auch meinen jetzigen Trainer getroffen. Nachdem ich dann noch mein Visum in Berlin abgeholt hatte, konnte die Reise nach Kalifornien endlich beginnen.

 

Nach nun mittlerweile rund 8 Monaten kann ich sagen, dass meine Entscheidung für diese Uni und allgemein in die Vereinigten Staaten zu gehen die richtige gewesen ist. Einen großen Anteil daran hat natürlich das Team, das es mir sehr einfach gemacht, schnell den Anschluss zu finden und mich an alles zu gewöhnen. Auch wenn unsere Saison im Herbst eher durchschnittlich verlaufen ist, hatten wir immer eine sehr gute Stimmung im Team und ich habe die erste Saison sehr genossen. Ein bisschen muss man sich schon umstellen, da die Spiele oft nicht sehr taktisch geprägt sind und doch meistens mit nur einem Tor Unterschied entschieden werden. Nach einem Unentschieden nach 90 Minuten wird hier auch mit Overtime und Golden Goal gespielt, was für uns leider von Nachteil war. Wir haben nämlich 5 von 6 Overtime-Spiele verloren. Nachdem die Saison im November zu Ende war, hatten wir erstmal Pause bis Januar. Dann gab es aber erstmal nur Training (viel Kraft- und Fitnesstraining) bis Anfang April. Nachdem diese lange Durststrecke ohne Spiele vorbei ist, steht nun unsere Spring Season an, in der wir 6-7 Freundschaftsspiele haben. Es ist also keine richtige Saison, sie bietet den Trainern aber die Möglichkeit Spieler auf neuen Positionen oder neue Formationen auszuprobieren. Ich spiele zum Beispiel anstatt als linker Verteidiger oder links Außen als offensiver Mittelfeldspieler, was ich vorher noch nie gespielt habe.

Um das Niveau der Division II oder zumindest meiner Conference einzuschätzen würde ich sagen, dass es zwischen A-Jugend Regionalliga und A-Jugend Landesliga ist (wie auch immer die dritte A-Jugend Liga heißt). In Deutschland hatte ich in der B-Jugend in der Regio gespielt und dann in der A-Jugend in der Schleswig-Holstein Liga.

 

Zur Uni lässt sich sagen, dass es bisher noch nicht zu anspruchsvoll ist, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass man im ersten Jahr viele General Study Kurse hat. Ich habe zum Beispiel Psychologie, Philosophie und Soziologie für jeweils ein Quarter und erst im zweiten Jahr werde ich dann mehr Kurse haben, die wirklich auf meinen Business Major gerichtet sind. Das wird auch der Grund sein, warum ich für den Bachelor 4 Jahre benötige. Sehr angenehm am Studium ist natürlich, dass man die Kurse größtenteils (bis auf einige Pflicht-Kurse) selbst wählen kann und ich habe es zum Beispiel so gemacht, dass ich keine Kurse nach meinem Training habe. Somit bin ich immer nach dem Training um 15 Uhr fertig. Manchmal muss man dann noch Hausaufgaben machen oder man hat den ganzen Tag dann frei.

Die Lage der Uni im Bay Area und die Nähe zu San Francisco waren natürlich auch Argumente, warum ich mich für diese Uni entschieden habe. Die Stadt Hayward hat im Grunde nichts Besonderes zu bieten, aber mit der Bahn ist man innerhalb von 30-40 Minuten im Zentrum von San Francisco ist, was schon ganz nett ist. Die Uni selbst ist auch ein bisschen höher gelegen als der Rest von Hayward, sodass man vom gesamten Campus einen guten Blick auf den Bay und San Francisco hat.

 

Im ersten Jahr lebe ich hier noch im Studentenwohnheim auf den Campus in einem Apartment mit 7 anderen Freshmen. 2 davon sind auch im Soccer Team, 2 im Basketball Team und zudem haben wir noch einen Inder. Ich durfte also mein Englisch-Verständnis gleich mit einem kräftigen indischen Akzent auf die Probe stellen. Am Anfang habe ich so gut wie gar nichts verstanden, mittlerweile ist das aber kein Problem mehr. Das gilt im Grunde für das gesamte Englisch sprechen und verstehen. Natürlich bin ich nach 8 Monaten kein Muttersprachler, aber man selbst merkt schon deutlich, wie sich die Englisch Kenntnisse verbessert haben. Die anfänglichen Bedenken, wie das läuft mit dem Englisch waren auch schnell verschwunden, und wenn man fast nur Englisch um sich herum hat, kommt auch alles von ganz allein. Um noch einmal auf das Wohnen im Dorm zurück zu kommen: ich denke, es war eine gute Entscheidung, das erste Jahr im Dorm zu leben, da man schnell Kontakt zu anderen Freshmen kriegt und vor allem in meinem Dorm verstehen wir uns ziemlich gut. Nach dem ersten Jahr überlegen wir dann aber doch zusammen ein Haus oder Apartment in der Nähe der Uni zu mieten, da es insgesamt billiger wäre und man noch ein paar mehr Freiheiten genießt.

 

Stichwort Freiheiten: auch wenn unser Training professionell abläuft und unsere Trainer Leistung erwarten, wissen sie trotzdem, dass wir alle College-Studenten sind und so gibt es an Wochenenden, wenn man keine Spiele hat, auch regelmäßig Parties zu genießen. Was ich mittlerweile gemerkt habe, ist, dass die Amerikaner sehr auf Motto-Parties stehen.

 

Ein Vorteil ist natürlich auch Kalifornien an sich. Das Wetter ist überwiegend gut und ich kann die Trainingseinheiten, in denen ich nicht mit T-shirt trainieren konnte, an einer Hand abzählen. Dazu bietet Kalifornien natürlich auch einige Seheswürdigkeiten. Trips nach Los Angeles und San Diego in den Semesterferien, Snowboarding in der Nähe vom Lake Tahoe, viele Ausflüge nach San Francisco und das Bay Area an sich sind einige Beispiele. Nicht zu vergessen ist natürlich das erste Thanksgiving und die ersten Besuche zu NBA-Spielen der Golden State Warriors und der LA Lakers. 

 

Zum Abschluss kann ich nur wiederholen, dass ich die Zeit hier genieße und mittlerweile auch entschieden habe, meinen Bachelor hier zu machen und nicht nach einem Jahr zurück nach Deutschland zu kommen. Ich will mich auf diesem Weg nochmals bei meinem Freund Thorge Jeß bedanken, der mich auf die Idee gebracht hat in die USA zu gehen, bei Sport-Scholarship.com für die stetige professionelle und hilfreiche Unterstützung bei meinem Weg zu einem Stipendium. Und letztendlich natürlich auch bei meinen Eltern, die mir ebenfalls diese Erfahrung ermöglichen.

 

Beste Grüße aus Kalifornien

 

Steffen