Bericht von Steffi R.

In der USA gibt es die einzigartige Möglichkeit Studium und somit Ausbildung und Fußball zu verbinden, was in Deutschland nur schwer möglich ist. Deshalb war ich auch schon früh von der Idee in der USA zu studieren angetan. Auch die positiven Erfahrungen meiner älteren Schwester Anne, die ebenfalls ein Stipendium in der USA hatte, nur anstatt in Fußball- im Field & Cross Team, haben mich von dieser Idee weiter überzeugt. Jedoch gab es davor noch einige Hürden zu nehmen, so musste ich nicht nur die zwei Englisch Tests Toefl und SAT machen, sondern auch mich selbst bei Fußballspielen filmen und einige Formale ausfüllen. Das Scholarshipteam hat dann ein Online Profil für mich erstellt, auf welches alle interessierten Coaches aus USA zugreifen konnten. Nach einigen Tagen kamen dann auch schon die ersten Anfragen von verschieden Universitäten. Ich stand dann für eine Weile mit den Trainern über E-Mail in Kontakt und hab mir noch zusätzlich über die Internetseiten ein Bild über die Universitäten gemacht. Aber meine Entscheidung hat vor allem das Casting in Leipzig beeinflusst, denn dort konnte ich mich persönlich mit den Trainern unterhalten. Dort lernte ich auch dann auch die Trainer von den zwei Universitäten, die ich favorisiert habe, kennen. Mit ihnen stand ich dann lange in einem engen Kontakt und habe regelmäßig telefoniert und vor allem geskypt. Schließlich habe ich mich dann für die FIU in Miami entschieden, da mich das Gesamtpaket aus Studium, Fußball und Trainer überzeugt hat.

An einem Sonntag um 4:00 Uhr morgens deutscher Zeit ging es dann für mich ab nach Miami. Ich war sehr aufgeregt und steckte voller Vorfreude, jedoch ist der Abschied von meinen Freunden und meiner Familie schwerer gefallen als ich gedacht habe und so konnte ich mir die Tränen am Ende nicht mehr verkneifen. Am Flughafen in Miami wurde ich dann von einer Mannschaftskameradin abgeholt, die ebenfalls aus Deutschland kommt und gerade ihr letztes Jahr an der Uni verbringt. Es hat mir am Anfang natürlich sehr geholfen, eine deutsche Ansprechpartnerin zu haben und jemand mit dem ich über alle Probleme reden konnte. Aber auch meine anderen Mannschaftskammeraden haben mich herzlich aufgenommen, so dass ich eigentlich keine Probleme hatte mich einzuleben. Dann begann auch schon die sogenannte Preseason, was eigentlich zwei ein halb Wochen jeden Tag Minimum zwei Mal am Tag Training bedeutet. An der Art wie wir trainieren wurde mir schnell klar, dass der amerikanische Fußball sich stark vom deutschen unterscheidet. So wird in Amerika die Athletik und Fitness groß geschrieben, dafür ist die Taktik und Technik nicht so ausgeprägt. Aber auch die Mentalität der Amerikaner unterscheidet sich, was mir gerade am Anfang noch Schwierigkeiten bereitet hat. Nach den zwei ein halb Wochen Preseason ging es mit den Spielen los. Jeden Freitag und Sonntag sind wir also bereit gegen eine andere Uni zu spielen, immer wieder müssen wir leider wegen Gewitter mehrere Stunden in der Kabine warten, bis es uns erlaubt ist, auf den Platz zu gehen. Das ist nun mal das typische Florida Wetter. Wir haben jedoch auch einige Spiele in anderen Unis in weiterer Entfernung, was bedeutet, dass das ganze Team mit Trainer und Physiotherapeuten mit dem Flugzeug in eine andere Stadt fliegt. Dies ist immer sehr aufregend.

Als die Spiele anfingen, ging auch die Uni los, obwohl die Vorlesungen hier oftmals stark an eine Schule erinnern. Denn hier sind oft nur 30 Leute in einer Vorlesung und der Professor interagiert mit seinen Schülern, anstatt seinen Stoff vorzutragen. Erstaunlicher Weiße hatte ich keine Probleme meinen Professor zu folgen und mein Abitur gibt mir einige Vorteile in den verschieden Kursen. So kann ich zum Beispiel ein Großteil des Stoffes, welchen wir in Mathe durchnehmen.

Dies war nicht der einzige Punkt in dem ich mich geirrt hab, denn bevor ich nach Miami gekommen bin, hab ich mir oft vorgestellt wie ich einfach mal am Wochenende an den Strand gehen und dort den Tag verbringe, jedoch bis jetzt hatte ich nur wenig Zeit und wenn ich Zeit hatte, dann war ich zu müde vom Training oder ich musste Hausaufgaben machen. Das erste Mal bin ich richtig von dem Campus weggekommen, als meine Eltern mich besuchen kamen und ich mir mit ihnen dann auch einiges in Miami angeschaut habe. Die Zeit mit ihnen war sehr schön und ich habe es genossen mal was anderes zu sehen und auch mal was anderes zu essen, denn ich bin noch nicht ganz überzeugt von unseren täglichen Essen in der Mensa. Auch wenn ich selten dem Campus verlassen, gefällt es mir sehr gut, denn am Campus ist immer etwas los..

Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, hier in der USA studieren und Fußball spielen zu können. Schon nach den paar Monaten, in denen ich hier bin, merke ich wie es mich weiterbringt, nicht nur im Englischen. Ich genieße die Zeit in vollen Zügen und möchte mich hiermit auch bei den Sport-Scholarship-Team recht herzlich bedanken, ohne die ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte in die USA zu gehen!
Und an alle die gerade noch in der Vorbereitungsphase sind, es mag manchmal mit den ganzen Papierkram unmöglich erscheinen, aber es lohnt sich wirklich durchzuhalten.

Viele Grüße aus Miami, Steffi