Bericht von Yela Z.

„Habe immer mehr Träume als die Realität zerstören kann.“

Wer träumt nicht von Amerika? Vor einem halben Jahr startete ich mein Abenteuer in den USA. Wohin es mich gezogen hat? An die Ball State Universität in Muncie, eine Kleinstadt im Bundesstaat Indiana. Dies tönt jetzt vielleicht nicht verlockend. Amerika mit seinen grossen Städten und den unbegrenzten Möglichkeiten und ich lande in Muncie. Doch ich habe bis heute meine Entscheidung, an die Ball State Universität zu gehen, nicht bereut. Die Ball State Universität ist mit seinen rund 22`000 Studenten eine vergleichsweise kleine Uni. Aber für mich genau das Richtige. Die Universität hat mich mit ihrem Campus überzeugt. Sie ist übersichtlich und verfügt über viel Charme. Die Grünflächen kommen nicht zu kurz und jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte. Die Ball State Universität bietet eine breite Auswahl an Studienrichtungen und der Abschluss ist in Europa anerkannt.

 

Ich habe die Ball State Universität ausgewählt, da mich das Frauenfussball Programm überzeugt hat. Seit mein heutiger Coach Craig Roberts vor sieben Jahren die Mannschaft übernommen hat, hat sich das Team von Jahr zu Jahr im nationalen Ranking gesteigert. Überwiegten zu Beginn der Ära Roberts noch die Niederlagen, wurden es von Jahr zu Jahr mehr Siege. Ich wollte ein Teil diese Team sein, welches von Jahr zu Jahr Fortschritte macht, mit dem Ziel das nationale Turnier zu erreichen. Ich bemerkte bereits in meiner ersten Woche, dass es hier um viel geht und wir zusammen als Team etwas grosses erreichen wollen. Wie so oft im College Fussball starteten wir die Vorbereitung mit einem Fitnesstest. Dies stellte mich bereits vor eine erste Herausforderung. War ich nach zweimonatiger Vorbereitung in der Schweiz bereit den physischen Bedingungen in Amerika zu bestehen? Glücklicherweise bestand ich den Fitnesstest bereits beim ersten Anlauf. Doch die Erleichterung nach dem Fitnesstest verflog schnell, dachte ich doch der Fitnesstest sei das einzige was wir an diesem Trainingsmorgen machen würden. Doch da hatte ich mich getäuscht. Direkt nach dem Test absolvierten wir ein zweistündiges Training und als wäre das nicht schon genug, hatten wir bereits am Nachmittag eine weitere Trainingseinheit. All dies war neu für mich neu und ich war nach der ersten unerfreulichen Bekanntschaft mit dem Eisbad froh, dass wir dies in der Vorbereitung nach jeder Trainingseinheit nutzen mussten.

Eine weitere Herausforderung für mich war die Tatsache, dass der Frauenfussball in den USA um einiges physischer und schneller ist. Dies bereitete mir in den ersten zwei Wochen ein paar Probleme, war ich mir doch ein Kurzpassspiel gewöhnt, ohne je einen langen Ball schlagen zu müssen. Glücklicherweise hat mich das Team sehr herzlich aufgenommen und ich konnte ab der ersten Minute auf ihre Unterstützung zählen. Auch mein Trainer, Craig Roberts, hat immer an mich geglaubt und auf mich gesetzt. So starteten wir mit den ersten Vorbereitungsspielen und bereits da erhielt ich sehr viel Einsatzzeit und dies hat sich bis zum Ende der Saison nicht geändert. Ich durfte bis auf zwei Ausnahmen alle Spiele durchspielen und wurde am Ende der Saison sogar ins All-Freshman Team in der MAC gewählt. Wir spielten eine sehr erfolgreiche Saison und durften uns am Ende MAC-Champions der regulären Saison nennen. Trotz dieses Gewinns haben wir unser Ziel nicht erreicht. Bereits im darauffolgenden Spiel nach dem Titel schieden wir im Turnier nach einer unglücklichen Niederlage im Penaltyschiessen aus. Somit endete meine erste Saison mit einer grossen Enttäuschung. Doch das Team und ich sind gewillt das diesjährige Erreichte nächstes Jahr zu übertreffen und darum haben wir bereits nach dem Ausscheiden wieder mit dem Training begonnen, mit dem Ziel, nächstes Jahr das NCAA Turnier zu erreichen.

 

Ein College zu besuchen, bedeutet einen grossen Schritt zu machen. Für viele bedeutet das, dass erste Mal alleine zu wohnen und für sich selber zu sorgen. So war es auch für mich. Musste ich mich doch zu Hause nicht ums Essen und die Wäsche kümmern, so wurde es hier in den USA zu einem Teil meines Alltags. Ich war das erste Mal in meinem Leben für alles selber verantwortlich. Glücklicherweise fiel das Kochen weg, da es auf der Universität eine grosse Auswahl an Möglichkeiten zum Essen gibt. Das Essen war für mich die grösste Umstellung. Ich habe mich schon bald nach dem Essen meiner Mutter gesehnt, habe mich aber mittlerweile daran gewöhnt.

Das College Leben ist wie es in den meisten Filmen dargestellt wird. Doch als Student-Athlete sind deine Prioritäten klar definiert und es ist sinnvoll diese auch einzuhalten. Die Saison ist hart und intensiv daher verzichtest du lieber auf einige Dinge, wie zum Beispiel College Partys. Aber auch ohne Partys kannst du Spass haben. Die Athleten Community ist gross und man kennt und unterstützt sich gegenseitig zum Beispiel mit dem Besuch der Spiele. Es findet ein stetiger Austausch zwischen den verschiedenen Sportarten statt und somit kommt auch das Knüpfen von sozialen Kontakten nicht zu kurz, was sehr wichtig ist. Denn ohne Beziehungen zu anderen Studenten wäre das College Leben viel langweiliger.

 

Ich freue mich auf die kommende Zeit und bin überzeugt, dass ich zusammen mit meinem Team noch mehr erreichen kann.

Herzlichen Dank liebes Sport-Scholarships Team für diese einmalige Chance, die sich mir dank euch geboten hat!

Yela