Sportmannschaften und Training im Collegesport USA

Wichtigkeit der Sportmannschaften für die Hochschulen

Die Sportmannschaften sind bei den permanenten Vergleichswettkämpfen der Universitäten Aushängeschild der jeweiligen Hochschulen. Ist eine Sportmannschaft regional oder gar national erfolgreich, verfolgen das die lokalen und ggf. auch nationalen Medien. Insofern dienen die Sportmannschaften auch als Marketinginstrument der Hochschulen, um neue Studenten zu rekrutieren. 

Es ist üblich, dass bei wichtigen Spielen/Wettkämpfen die Studenten und auch Professoren der eigenen Hochschule mit anfeuern und an großen Hochschulen ganze Stadien füllen! Diese Begeistung für den Hochschulsport ist in Deutschland fremd und man genießt als Teammitglied solcher Sportmannschaften große Anerkennung.

Mannschaftsaufstellung

Die Mannschaftsaufstellungen der Sport Teams an US Colleges und Universitäten ähneln denen des deutschen Clubsports. Es gibt also eine ähnliche Art der Spielaustragung als auch der internen Mannschaftsaufstellung. Evtl. gibt es mehr Ersatzspieler, weil diese in der Regel "Walk-on" Spieler sind, die sich einen Platz in der Mannschaft wünschen und auch regelmäßig mittrainieren, ohne speziell von den Trainern rekrutiert worden zu sein bzw. ein Stipendium zu beziehen. Im Fußball kommen z.B. häufig mehr Spieler pro Spiel zum Einsatz, weil unbegrenzt ein- und ausgewechselt werden darf. 

Wettkampf- und Trainingsphasen

Meistens finden die offiziellen Vergleichskämpfe der jeweiligen Sportarten nur in einem Semester des akademischen Jahres statt, dem "Wettkampfsemester". Am Ende des Wettkampfsemesters finden regionale und nationale Turniere statt, bei denen die jeweiligen Champions pro Division ermittelt werden.

Während des Wettkampfsemesters fährt man häufig 1-2 Mal pro Woche mit dem Team zu anderen, teils weit entfernten Universitäten und spielt gegen sie/ tritt gegen sie an. Die wettkampffreie Zeit in diesem Semester wird für leichtes Training und zur Regeneration genutzt. Viele deutsche Sportler wundert die hohe Anzahl der Vergleichskämpfe, denn diese verlangen dem Körper einiges ab.

In den Trainingssemestern wird in der Regel täglich hart trainiert und ggf. sind am Ende der Saison Freundschaftsspiele angesetzt. In diesem Semester sind die Probespiele auch dazu da, das Line-Up, also die Mannschaftsaufstellung zu bestimmen, um dann mit dem besten Team das darauf folgende Semester anzutreten. Zudem hat man in der Off-Season mehr Zeit, um sich schweren oder arbeitsintensiven Uni-Kursen zu widmen. 

Trainingsmethoden

Man muss verstehen, dass die Coaches eigens dafür angestellt sind, sich um das Training, die Aufstellung und den Erfolg eines Teams zu kümmern. Hinzu kommt, dass vielen Coaches ein z.T. erfolgsbasiertes Gehalt bezahlt wird. Entsprechend hart ist das Training! Wer denkt, er bekommt ein Stipendium für das Nichtstun, hat sich sehr getäuscht. Das Training verlangt dem Sportler viel ab, aber er hat dadurch die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung das maximale Potential aus sich herauszuholen.

Viele Sportler berichten, dass sie nie wieder so fit waren wie in der Zeit des Collegesports. Diese Tatsache bewegt auch viele College-Absolventen dazu, ein oder zwei Profijahre nach dem College auszuprobieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, welches den Sportlern beigebracht wird und als entscheidendes Kriterium für den Erfolg der Mannschaften in den USA gilt. Damit der Zusammenhalt auch außerhalb des Sports gefördert wird, hat man als Stipendiat meist die Chance, mit anderen Sportlern zusammen zu wohnen, wodurch tolle und enge Freundschaften entstehen können.